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Die Elektrifizierung des Aftermarkt führt zu mehr Kooperationen

Veröffentlicht am 11.09.2023

Die Elektrifizierung des Fahrzeugbestandes ist ein Thema von großem Interesse für den europäischen Kfz-Ersatzteilmarkt. Neben den potenziellen Vorteilen, die dieser Wandel mit sich bringt, gibt es auch einige Nachteile, die es zu beachten gilt


Ein Vorteile der Elektrifizierung ist das Potenzial für neue Geschäftsmöglichkeiten. Dem Bericht „The Electrification of Lightvehicles“ von CLEPA und Roland Berger zufolge werden sich bis 2040 neue Möglichkeiten im Zusammenhang mit BEV-spezifischen Komponenten im Wert von 2040 Milliarden Euro ergeben. Dies stellt eine große Chance für Aftermarket-Unternehmen dar, ihr Angebot zu erweitern und sich diesen wachsenden Markt zu erschließen.

Ein weiterer potenzieller Vorteil ist die Möglichkeit, neue Kundengruppen anzusprechen. Da immer mehr Elektrofahrzeuge auf den Markt kommen, wird es einen wachsenden Bedarf an spezialisierten Fähigkeiten für BEV-Komponenten geben. Unternehmen, die in Schulungen, Werkzeuge und Technologien für diese Komponenten investieren, können diese neue Kundengruppe ansprechen und sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Es gibt jedoch auch einige Nachteile zu beachten. Eine der größten Herausforderungen sind die Auswirkungen auf die traditionelle Wertschöpfungskette. Die klare Trennung in einen autorisierten und einen unabhängigen Ersatzteilmarkt wird es nicht mehr geben, und die Fähigkeit zur Zusammenarbeit und die Offenheit für neue Geschäftsmodelle werden entscheidende Erfolgsfaktoren sein. Das bedeutet, dass sich die Aftermarket-Unternehmen an diese neue Realität anpassen und Wege finden müssen, um mit den OEMs und anderen Akteuren der Branche zusammenzuarbeiten.

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Fortbildungen sind das A und O

Eine weitere Herausforderung ist die Notwendigkeit von Investitionen in Schulungen, Werkzeuge und Technologien, die für BEV-Komponenten erforderlich sind. Dies kann für Aftermarket-Unternehmen erhebliche Kosten verursachen, und es kann einige Zeit dauern, bis sich diese Investitionen amortisiert haben. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass einige Unternehmen nicht mit dem Tempo des Wandels mithalten können und zurückbleiben.

Mehr Kooperationen

Trotz dieser Herausforderungen gibt es mehrere Strategien, die Aftermarket-Unternehmen anwenden können, um sich an die Elektrifizierung von Leichtfahrzeugen anzupassen. Ein Ansatz ist die Partnerschaft mit neuen EV-OEMs, die in den Markt eintreten oder über keine Werkstattlösungen verfügen. Dies kann eine neue Einnahmequelle darstellen und Aftermarket-Unternehmen dabei helfen, auf dem wachsenden BEV-Markt Fuß zu fassen.

Ein weiterer Ansatz ist das Angebot von Diagnose- und Flashing-Diensten durch die Unterstützung von Partnern. Dies kann dazu beitragen, dass keine Fahrzeuge wegen fehlender Diagnose-/Flash-Möglichkeiten weggeschickt werden müssen, und es kann zusätzliches Einnahmepotenzial durch Upgrades/Updates usw. bieten (falls nicht aus der Ferne durchgeführt).

Spezialist oder Generalist?

Schließlich können Aftermarket-Unternehmen zu ICE- und BEV-Generalisten werden, um die notwendigen Investitionen zu begrenzen. Für komplexe Reparaturen und Dienstleistungen an BEV-Komponenten ist jedoch ein starker Partner erforderlich.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Elektrifizierung von Leichtfahrzeugen sowohl Chancen als auch Herausforderungen für den europäischen Kfz-Ersatzteilmarkt bietet. Während dieser Wandel potenzielle Vorteile mit sich bringt, gibt es auch einige Nachteile, die es zu berücksichtigen gilt. Aftermarket-Unternehmen, die in der Lage sind, sich an diese neue Realität anzupassen und Wege zu finden, um mit OEMs und anderen Akteuren zusammenzuarbeiten, müssen sich auf diese Herausforderungen einstellen. HAR Q: Roland Berger / Bild: Mid

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