Die Neuzulassung ist eine erstmalige Zulassung eines neuen Personenkraftwagens (PKWs). PKWs die bereits in Deutschland oder in einem anderen Land vorab registriert wurden fallen nicht darunter. In Deutschland sind jedoch keine Fahrzeuge der Bundeswehr noch Fahrzeuge mit rotem beziehungsweise Kurzzeitkennzeichen und mit Ausfuhrkennzeichen in den Zahlen mit einbezogen. Eine gleiche Zählweise gibt es in anderen europäischen Ländern auch. Die nachfolgende Grafik zeigt die Neuzulassungen in den größten Märkten in Europa (Quelle: ECE). 

Neuzulassungen in Europa

Mit Abstand verzeichnet der PKW-Markt in Deutschland jährlich die meisten Zulassungen mit 3,4 Millionen Pkws im Jahr 2018. Gefolgt von Großbritannien (2,4 Millionen) und Frankreich (2,2 Millionen). Der PKW-Markt war in der jüngeren Vergangenheit ein Wachstumsmarkt.  Jedoch ist das nicht der Regelfall. Die Zulassungszahlen sind oft ein Spiegelbild der jeweiligen Volkswirtschaften. Beispielhaft die Unsicherheiten rund um den Brexit haben die Zulassungszahlen in Großbritannien gedrückt. In Deutschland dagegen stiegen die Neuzulassungen durch die kontinuierliche Konjunktur in den vorherigen Jahren. Demnach gibt es verschiedene Erklärungen in den jeweiligen Ländern. Aber auch zeigen die Zahlen oft nachgelagerte Effekte einer weltweiten Wirtschaftskrise.

Neuzulassungen als Aftermarket Kennziffer

Durch die Registrierung von Neufahrzeugen werden ältere Fahrzeuge oft ersetzt. Entweder der Leasing-Vertrag ist nach zwei, drei oder vier Jahren abgelaufen oder der Kunde hat den Wunsch nach geraumer Zeit einen Neuwagen zu kaufen. Das vorherige Fahrzeug wird obsolet. Und theoretisch wird ein älteres Fahrzeug gegen einen Neuwagen getauscht. Soweit der private Autofahrer. Der Großteil (>60%) der Neuwagen-Registrierungen sind gewerblich. Mit immer beliebter werdenden „Full-Service-Leasing“-Verträge. Diese beinhalten neben der Leasingrate für das Fahrzeug einen gewissen Betrag für Wartung und Reparaturen.

Festzuhalten gilt, je mehr Neufahrzeuge in den Markt kommen und je höher die Wachstumsrate ist, desto jünger wird das durchschnittliche Fahrzeugalter im Markt.  Jüngere Fahrzeuge bzw. Neufahrzeuge sind in der Regel weniger reparaturanfällig und haben ein höheres Wartungsintervall als ältere Modell. Dies führt zu einem Rückgang der Anzahl von Wartungs- und Reparaturarbeiten pro Fahrzeug. Demnach hat diese Neuzulassungen-Kennziffer auf der Makro-Ebene einen negativen Effekt auf den gesamten Aftermarket.