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Wie werden sich steigende Kosten und sinkende Gewinne auswirken?

Veröffentlicht am 03.11.2022
Das wirtschaftliche Ökosystem der EU-Automobilzulieferindustrie zeigt im ersten Halbjahr 2022 eine gemischte Bilanz. Während die Umsätze deutlich unter dem Niveau Vor-COVID-Zeit bleiben und die Betriebsgewinne weiter schrumpfen, zeigen Investitionen in neue Anlagen und die Schaffung von Arbeitsplätzen, was für Europa angesichts des zunehmenden Drucks auf dem Spiel steht. Es folgt eine Zusammenfassung des Beitrags „Will rising costs and falling profits impact investments in the mobility transition?“ von Nils Poels, Senior Manager Trade & Market Affairs von CLEPA.

Die Automobilzulieferindustrie hat in der ersten Hälfte des Jahres 2022 ihre Widerstandsfähigkeit und ihren Beitrag zum europäischen Wirtschaftsgefüge und zur Beschäftigung unter Beweis gestellt. Die Automobilzulieferer hielten ihre Investitionen trotz sinkender Umsätze und Rentabilität aufrecht, aber die Energie- und Rohstoffkosten könnten sich in den kommenden Monaten für viele Unternehmen als existenzielle Bedrohung erweisen.

Inflationsbereinigte Einnahmen bleiben 9% unter dem Niveau von Vor-Covid

In den ersten sechs Monaten diesen Jahres waren die Umsätze, Exporte und die Rentabilität der Zulieferer im Vergleich zum selben Zeitraum im Jahr 2021 rückläufig, was darauf hindeutet, dass der Optimismus in Bezug auf eine starke Erholung nach der COVID-Initiative an Kraft verloren hat. Steigende Kosten und potenzieller weiterer Gegenwind auf dem Markt werden wahrscheinlich weiterhin eine Herausforderung für den Sektor darstellen, der bisher eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit und ein Engagement für Investitionen in die industrielle Basis Europas gezeigt hat.

Die EU-Automobilzulieferindustrie erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2022 inflationsbereinigt einen Umsatz von rund 160 Milliarden Euro. Die Umsätze liegen 1,1 % unter den im gleichen Zeitraum 2021 erzielten Ergebnissen und 9 % unter den vor dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie verzeichneten Werten.

Ausländische Direktinvestitionen verdoppeln das Niveau

Die EU-Automobilzulieferindustrie zog in der ersten Jahreshälfte 2022 ausländische Direktinvestitionen in Höhe von rund 7,5 Mrd. EUR an, 13 % mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Deutschland (4,2 Mrd. EUR; 56 % der Gesamtinvestitionen), Spanien (1,7 Mrd. EUR; 22 %) und Österreich (1 Mrd. EUR; 17 %) zogen in der ersten Hälfte des Jahres 2022 die meisten Investitionen in der europäischen Zulieferindustrie an.

Handelsvolumen entspricht noch weitgehend dem Niveau vor der COVID

Die europäischen Automobilzulieferer haben in den ersten sechs Monaten des Jahres 2022 Teile im Wert von 26 Milliarden Euro exportiert, 3 % weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Industrie importierte in der ersten Jahreshälfte 2022 Kfz-Teile im Wert von 13,6 Mrd. EUR, 13 % mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Der Handelsbilanzüberschuss der EU sank um 2,2 Milliarden Euro auf 12,4 Milliarden Euro.


Gewinne der Industrie zunehmend unter Druck

Die von CLEPA durchgeführte Analyse der 23 größten Zulieferer, die Zwischenfinanzinformationen veröffentlichen, zeigt deutlich, dass die Rentabilität unter Druck steht. Im Vorkrisenjahr 2019 lag die durchschnittliche operative Gewinnmarge (EBIT) bei rund 5 %. Im ersten Halbjahr 2021 verzeichneten sieben der 23 Zulieferer einen Betriebsgewinn, der unter dem Vorkrisen-Benchmark der Branche lag. Im ersten Halbjahr 2022 ist dieser Wert auf 16 von 23 Anbietern gestiegen. Sechs Anbieter verzeichneten einen Betriebsgewinn von weniger als 1 %, wobei zwei Anbieter Verluste von -2,9 % und -1,3 % verzeichneten. Niedrigere Betriebsgewinne werden sich nicht nur negativ auf die Fähigkeit der Anbieter auswirken, Investitionen zu finanzieren, sondern auch auf die Finanzierungskosten, da die Betriebsrentabilität eine wichtige Kennzahl für Banken und Kapitalmärkte ist. Quelle: CLEPA

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