Weitervermarktung von Elektrofahrzeugen

Veröffentlicht am 17.06.2020

Neben Alter und Kilometer haben hat das persönliche Fahrprofils des Fahrers einen entscheidenden Einfluss auf die Akkulaufzeit und entsprechend dem Restwert des Elektrofahrzeuges. Ohne Dokumentation darüber, wie der Fahrer die Batterie verwendet, kann der Restwert sein Potenzial nicht vollständig ausschöpfen. TÜV Rheinland, Autovista Group und TWAICE haben in einer Studie ermittelt, wie sich der sogenannte Battery Health Report auf die weitere Vermarktung von Elektrofahrzeugen auswirkt.

Batterien von Elektrofahrzeugen altern abhängig vom Nutzungsprofil

Alle Batterien altern, einige altern jedoch schneller als andere, was erhebliche finanzielle Folgen hat. Die Batterie ist die teuerste Komponente in einem Fahrzeug. Mit zunehmendem Alter werden Kapazität und Leistung abnehmen. Die „Sinkgeschwindigkeit“ wird durch die Handhabung der Batterie beeinflusst. Es ist jedoch oft unklar, ob das Verhalten des Fahrers besonders sanft ist. Bisher haben Käufer gebrauchter Elektrofahrzeuge diese Informationen nicht vorliegen. Matthias Schubert, Executive Vice President TÜV Rheinland sagte:

„Langzeittests haben gezeigt, dass Elektrofahrzeug-Batterien abhängig von dem Nutzungsprofil individuell altern. Eine Bewertung der Restkapazität und der zu erwartenden Lebens- und Einsatzdauer ist entscheidend für eine Bestimmung des Restwertes.“

Ohne das Wissen von Fachleuten ist es schwierig oder unmöglich, die tatsächliche Qualität der Batterie zu bestimmen. Und unzureichende Informationen können zu Verlusten führen. Etiketten, Zertifikate und Ratings funktionieren oft gut in der Automobilwirtschaft wie auch in anderen Branchen. Sowohl positive als auch negative Informationen wirken sich auf unsere Zahlungsbereitschaft aus – sei es in einem Hotelzimmer, beim Essen in einem Restaurant oder beim Kauf eines neuen Mobiltelefons.

Der Gebrauchtwagenhandel ist ein typisches Beispiel auf für einen solchen Markt. Doch wegen mangelnden Ratings, Informationen, Labeln oder Kriterien wissen Käufer von Gebrauchtwagen nichts über die tatsächliche Qualität des Fahrzeugs. Sie reduzieren die Qualität und damit die Bereitschaft der Zahlung.

Chief Economist von Autovisa Group erklärt, dass neue Gebrauchtwagenprogramme und „Extended Warrenty“ (erweiterte Garantien) zwar bereits einen Beitrag leisten, eine Informationsasymmetrie zwischen Käufern und Verkäufern auszugleichen. Jedoch stellt das Elektrofahrzeug neue Herausforderung dar. Die Behandlung der Elektrofahrzeug-Batterie hat nämlich einen großen Einfluss auf die Reichweite und damit den Nutzen des Fahrzeuges.

Transparenz in der Überprüfbarkeit vom Batteriezustand

Das Unternehmen TWAICE bietet eine Technologie, mit der die tatsächliche Restqualität der Batterie basierend auf früheren Nutzungsprofil bewertet werden kann. Jonas Keil, leitender Batterieingenieur bei TWAICE, sagte:

„Wir haben einen digitalen Batterie-Zwilling entwickelt und die Auswirkungen von Arbeitsbedingungen, Fahrstil und Ladeverhalten simuliert. Viele Menschen haben die Auswirkungen des Batteriebetriebs unterschätzt – Nach 45.000 Kilometern in drei Jahren hat sich die Batterielebensdauer um 5% verkürzt, und diese Lücke wird sich nur vergrößern, weil die verlorene Batteriekapazität nicht wiederhergestellt werden kann.“

Die Simulationsergebnisse der Autovista Group zeigen, dass in Form von Batteriezustandsberichten, einer verbesserten und überprüfbaren Batteriequalität in Deutschland die Wiederverkaufsergebnisse von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen, die drei Jahre lang auf Golfplätzen eingesetzt wurden, um 450 Euro gestiegen sind. Christof Engelskirchen erklärte:

„Dies entspricht einer wirtschaftlichen Wertschöpfung von 4,5 Millionen Euro pro 10.000 verkaufte gebrauchte Elektrofahrzeuge, von der alle Marktteilnehmer profitieren.“

Nun gilt es, das eine Batterieanalytik als Standard in der Fahrzeugindustrie zu nutzen. Das volle Potenzial kann nur dann voll ausgeschöpft werden, wenn Standarddaten zu jeder Transaktion gebrauchter Batterie-Elektrofahrzeuge (z. B. Informationen zu Alter, Kilometerstand und Ausrüstung) als Standarddaten erhalten werden. Quelle: TÜV Rheinland

 

 

 

 

 

 

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