Vorbereitung auf die Mobilitätstrends

Auch der Automotive Aftermarket bereitet sich auf die neuen Mobilitätstrends vor

Die Fahrzeugtechnologietrends wie Elektrifizierung, Konnektivität und autonomes Fahren haben den traditionell sehr stabilen Automotive Aftermarket erreicht. Beweise dafür sowie die Auswirkungen auf das Geschäft wurden während der 10. CLEPA Aftermarket Conference, die letzte Woche in Brüssel stattfand, ausführlich erörtert.

Während die Automatisierung noch einige Jahre von der Relevanz für das Geschäft entfernt ist, haben Elektrifizierung und Konnektivität begonnen, den Aftermarket im Laufe der Lebensdauer von Fahrzeugen von einem Reparatur- und Wartungsgeschäft zu einem Servicegeschäft umzugestalten. Die jüngsten CO2-Reduktionsziele der Europäischen Kommission für die Jahre 2025 und 2030 werden zu einem erheblichen Anstieg der Batterie-Elektrofahrzeuge und Plugin-Hybride führen.

Insbesondere das starke Wachstum von Elektrofahrzeugen kann jetzige reife Märkte zu stagnierenden oder sogar rückläufigen Märkte für traditionelle Verschleißteile werden lassen. In Verbindung mit der fortschreitenden Konsolidierung des Großhandelsvertriebs und den Initiativen der Fahrzeughersteller, entweder in den unabhängigen Ersatzteilmarkt zu investieren oder ihren Anteil am Dienstleistungsmarkt deutlich zu steigern, erhöht sich der Kostendruck auf die Anbieter.

Gleichzeitig bieten die Konnektivität von Fahrzeugen und die Verwendung von Fahrzeugdaten neue Möglichkeit für Dienstleistungsunternehmen. Eine grundlegende Voraussetzung für die Teilnahme an diesem neuen aufstrebenden Mobilitätsmarkt ist der faire, unverzerrte, unüberwachte und wettbewerbsfähige Zugang zu fahrzeuginternen Daten, natürlich mit Zustimmung der Verbraucher. Die Art und Weise, wie Konnektivität oder insbesondere die Kommunikation von und zu einem Fahrzeug realisiert wird, hat einen großen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit der Marktteilnehmer und die Geschwindigkeit der Entwicklung und Umsetzung innovativer Mobilitätsdienste.

Angetrieben durch die verbindliche eCall-Verordnung ist die Konnektivität in neuen Fahrzeugen mittlerweile Standard. Für den gesamten Datentransfer von und zu Fahrzeugen werden von den Fahrzeugherstellern nur Lösungen unterstützt, die den gesamten Datenverkehr über proprietäre Back-End-Server leiten. Obwohl generell die Bereitschaft besteht, Daten für Dritte zur Verfügung zu stellen, wird die Rolle des Fahrzeugherstellers als Gatekeeper und potenzieller Wettbewerber von vielen Stakeholdern als sehr kritisch angesehen. Um faire Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten und gleichzeitig die Innovationskraft vieler kreativer Akteure für neue Mobilitätsdienste zu nutzen, ist eine zeitnahe Lösung für einen fairen Zugang zu fahrzeuginternen Daten von entscheidender Bedeutung.

Mit den im Jahr 2018 veröffentlichten neuen Typgenehmigungsanforderungen haben die EU-Gesetzgeber den unabhängigen Ersatzteilmarkt gestärkt, indem sie den Zugang zu elektronisch verarbeitbaren Fahrzeugausrüstungsinformationen sowie die On-Board-Diagnosefunktionalität sichergestellt haben. Mit der anstehenden Überarbeitung der Verordnung über die Befreiung von Kraftfahrzeugblöcken über 2023 hinaus und der Überarbeitung der Reparaturklausel hat die Europäische Kommission Diskussionen eröffnet, die für die Zukunft des unabhängigen Ersatzteilmarktes von entscheidender Bedeutung sein werden.

Um die Wahl des Verbrauchers bei der Fahrzeugwartung sicherzustellen, reicht es nicht aus, den Lieferanten das Recht einzuräumen, ihr Logo auf ihren Produkten anzubringen und die Teile uneingeschränkt verkaufen zu können. Es muss auch sichergestellt werden, dass Kfz-Ersatzteile von allen Marktteilnehmern ausgetauscht oder montiert werden können, selbst wenn zusätzliche Werkzeuge, Software oder Autorisierung technisch erforderlich sind.

Quelle: CLEPA

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