MAN E-Busse testen Conti Reifen

Veröffentlicht am 09.06.2021

Zukunftssichere Mobilität bedeutet für die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) vor allem ein nachhaltiger Nahverkehr in der Metropolregion Hamburg. Deshalb beschafft der Verkehrsbetrieb seit 2020 nur noch emissionsfrei betriebene Fahrzeuge für ihre Busflotte. Unter der Marke elexity fasst das Unternehmen alle Aspekte einer nachhaltigen Mobilität zusammen – von der Umstellung der Infrastruktur für Elektromobilität auf den Betriebshöfen über speziell geschultes Personal bis hin zu Fahrzeugen, die mit 100 Prozent Ökostrom betrieben werden. Derzeit fahren bereits 32 Busse der VHH-Flotte mit Strom. Bis Ende 2021 wird sich die Anzahl verdoppelt haben. Bis in die 2030er-Jahre soll die gesamte Flotte auf emissionsfreie Antriebe umgestellt sein. Wie für viele Kommunen und Betriebe war der Schritt zum umweltfreundlichen Verkehr Neuland für die VHH. Unterstützt wird der Verkehrsbetrieb dabei vom Nutzfahrzeughersteller MAN und dessen vollelektrischem Stadtbus Lion’s City E-Bus. Der Elektromotor des zwölf Meter langen Busses ist an der Hinterachse montiert. Die Energie kommt aus modularen Batterien mit 480 kWh installierter Kapazität.

Praxiserfahrung dank enger Zusammenarbeit

Damit auch die Reifen auf die Batteriegewichte und das Fahrzeuggewicht angepasst sind, fährt der MAN Lion’s City E-Bus bei den VHH in Hamburg mit dem Conti Urban HA3. Im Hinblick auf die Anforderungen der Elektromobilität haben die Reifenentwickler von Continental die Tragfähigkeit des Reifens heraufgesetzt. Die Erhöhung des Lastindex ist nur ein Kriterium von mehreren, die in den Entwicklungskonzepten von Reifen für E-Fahrzeuge eine Rolle spielen. Im Rahmen von Alltagstests wie mit MAN sammelt Continental seit Jahren wertvolle Praxiserfahrungen. Angesichts des großen Bedarfs von Kommunen und Verkehrsbetrieben an emissionsfreien Elektroflotten und der rasanten Entwicklung des E-Mobilitätssegments steigt auch der Bedarf an geeigneten Reifen. Beschleunigt wird diese Transformation durch die 2019 aktualisierte Clean Vehicle Directive der EU.

Die Mindestziele für die Reduktion von CO2 durch emissionsarme und freie Busse im ÖPNV liegen in Deutschland bis Ende 2025 bei 45 Prozent und bis Ende 2030 bei 65 Prozent. Mindestens die Hälfte der Mindestziele für Busse im ÖPNV muss durch emissionsfreie Fahrzeuge erfüllt werden. Das bedeutet, sie müssen weniger als 1 g CO2/km ausstoßen als beispielsweise Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge.

Innovative E-Flotte der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein

„Seit einigen Wochen fahren die 17 E-Busse von MAN als Teil unserer ersten E-Bus-Flotte durch Hamburg und das Umland und bringen unsere Kunden umweltschonend zu ihren Zielen“, sagt Toralf Müller, Geschäftsführer bei den VHH, die bundesweit zu den fortschrittlichsten Verkehrsbetrieben gehören.

Mit dem Einsatz von Hybrid- und Elektrobussen sparte die VHH im Jahr 2018 rund 224 Tonnen CO2, 2019 rund 233 Tonnen. Im Jahr 2020 wurden sogar fast 789 Tonnen CO2 eingespart.

„Die Entwicklung hin zu einem e-mobilen Unternehmen bedeutet für die VHH einen programmatischen Wandel“, sagt Müller.

Innovative Fahrzeuge seien dabei nur ein Baustein.

„Es geht auch um die Errichtung der notwendigen Ladeinfrastruktur, um den Betrieb spezialisierter Werkstätten und um eine leistungsstarke IT-Infrastruktur. Das Wichtigste für mich sind aber unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Umgang mit der neuen Technologie geschult sind und in allen Bereichen des Unternehmens ihr Bestes geben“, so Müller weiter.

Denn im Ergebnis müssen alle Bausteine miteinander funktionieren.

„Im Feld der E-Mobilität betreten wir als Unternehmen Neuland. Es gibt keine Vorbilder, kein ‚Copy and Paste‘. Wir müssen uns den Weg mit unseren Partnern hart erarbeiten und dabei immer die Technik im Blick behalten, die sich rasant weiterentwickelt.“

Dazu gehöre auch die Entwicklung von Reifen, die auf alternative Antriebstechnik angepasst sind.

„Erfahrungen aus Praxistests wie bei den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein sind für uns sehr wertvoll, denn sie tragen maßgeblich dazu bei, unsere Reifenlinien auf das Anforderungsprofil der neuen E-Busse und E-Lkw hin zu entwickeln“, ergänzt Hinnerk Kaiser, Leiter der Reifenentwicklung bei Continental.

Besondere Anforderungen für Reifen an Elektrobussen im ÖPNV

Technologisch ist die Entwicklung von Reifen für Elektrobusse im öffentlichen Personennahverkehr besonders anspruchsvoll. Reifen für Elektrofahrzeuge müssen anderen Belastungen standhalten als Reifen für Busse mit Verbrennungsmotoren. Gleichzeitig sollen sie genauso lange halten und den gleichen Sicherheitsanforderungen entsprechen wie Busreifen für konventionelle Antriebe.

„Reifen an Elektrobussen sind bei der Anfahrt und der Beschleunigung einem höheren Drehmoment ausgesetzt“, erläutert Hinnerk Kaiser.

Zudem ist die Fahrzeugabbremsung ein wichtiger Faktor, da der Elektromotor beim Bremsvorgang Energie für die Ladung der Batterie zurückgewinnt. Dieser Rekuperation genannte Vorgang ist für die Reifen der Antriebsachsen eine zusätzliche Anforderung. Auch die Abrollgeräusche stehen bei Reifen für E-Busse im ÖPNV im Fokus.

„Gerade im innerstädtischen Verkehr sollen Fahrzeuge leise unterwegs sein, um den Komfort des Elektromotors nicht durch Reifengeräusche zu beeinträchtigen“, ergänzt Kaiser.

Enge Zusammenarbeit mit Herstellern für E-Reifen

Neue Antriebe und die damit einhergehenden neuen Fahrzeugkonzepte verändern die Anforderungen an Reifen und fordern neue Entwicklungskonzepte. Im Rahmen von Testkooperationen sammelt Continental seit einigen Jahren wertvolle Praxiserfahrungen.

„Die Zielkonflikte, insbesondere zwischen Laufleistung, Brems- und Handlingsperformance sowie Rollwiderstand, sind technisch anspruchsvoll. Sie stellen uns vor neue Anforderungen. Aber es ist klar, dass wir keine Kompromisse bei Widerstandsfähigkeit und Bremsleistung eingehen werden“, sagt Kaiser abschließend.

Quelle: Continental

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