VDA-Präsidentin Müller lobt Euro 7 Norm

Veröffentlicht am 09.04.2021

Die Advisory Group on Vehicle Emission Standards (AGVES) hat ihre Empfehlungen für die neue Abgasnorm Euro 7 vorgestellt. Dazu erklärt VDA-Präsidentin Hildegard Müller:

„Die (…) vorgelegten Pläne für die neue Euro 7 Norm für Pkw zeigen, dass die EU-Kommission die Grenzen des technisch machbaren akzeptiert und sich von unerreichbaren Zielen verabschiedet hat. Das ist ein gutes Zeichen für die Bürger in Europa und auch für den Umweltschutz“, erklärt VDA-Präsidentin Hildegard Müller.

Die zuvor der EU-Kommission vorgelegten Pläne seien technisch nicht umsetzbar gewesen. Dies sei explizit in dem dieswöchigen AGVES Meeting bestätigt worden. Das Anfahren am Berg mit Anhänger sei mit den gleichen niedrigen Abgaswerten wie für normales Fahren auf der Landstraße nicht machbar. Die geplante Umstellung des Messsystems auf ausnahmslose alle Zeitpunkte in der Nutzung würden ein faktisches Verbot des Verbrennungsmotors bedeutet haben. Damit würde der EU-Vorschlag verhindert haben, dass die neueste und sauberste Auto-Generation auf den Markt kommen und stattdessen dafür gesorgt haben, dass alte Autos länger gefahren werden.

„Der bisherige EU-Vorschlag hätte uns beim Klimaschutz um Jahre zurückgeworfen“, sagte Müller.

Müller bewertet den neuen Entwurf als technisch anspruchsvollen Weg.

„Die neuen Vorschläge zur Reduzierung der Schadstoffemissionen sind nach erster Einschätzung um den Faktor 5-10 schärfer als Euro 6. Die Vorschläge sind weiterhin an der Grenze dessen bewegen, was technologisch erreichbar ist. Wir müssen weiterhin sehr achtsam sein, dass der Verbrennungsmotor nicht durch Euro 7 verunmöglicht wird. Andererseits hat die EU-Kommission heute bestätigt, dass dies nicht ihr Ziel sei. Wir werden die EU-Kommission bei der Ausgestaltung der Vorschläge an diese Zusage erinnern.“

Fossiler Kraftstoff als das Problem

Hervorzuheben sei zudem die Feststellung des von der EU-Kommission beauftragten CLOVE Konsortiums – ein Konsortium europäischer Experten aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft auf dem Gebiet der Emissionen – dass die aktuellen Euro-6d-Fahrzeuge sehr sauber sind: Sie erreichen unter normalen Bedingungen Emissionswerte, die bereits um ein Mehrfaches unter den heutigen Grenzwerten liegen.

„Die modernsten Pkw unterschreiten bereits jetzt der aktuellen Grenzwerte der Euro-6d Norm um ein Mehrfaches. Die Euro-7-Norm sollte deshalb eine erreichbare Weiterentwicklung von Euro 6d Norm werden. Der neue EU-Vorschlag eröffnet bei entsprechender Ausgestaltung die Chance, dass die neueste und sauberste Auto-Generation auch weiterhin auf den Markt kommen kann. Wir müssen nun zusätzlich die Versorgung mit E-Fuels, synthetischen Kraftstoffen aus erneuerbaren Energiequellen, vorantreiben. Denn nicht der Motor ist ein Problem für das Klima, sondern der fossile Kraftstoff“, kommentiert Hildegard Müller.

Mit Blick auf das weitere Verfahren sagt Müller:

„Die Autoindustrie unterstützt eine ambitionierte Klimapolitik. Die deutsche Automobilindustrie steht für klimaneutrale Mobilität bis spätestens 2050. Wir bringen das neue gesellschaftliche Bewusstsein auf die Straße. Die Vorschläge der EU-Kommission müssen nun rasch umgesetzt, um den Unternehmen Planungssicherheit zu geben. Dann können bald die saubersten Benzin- und Diesel-Autos, die es je gab, auf den Markt kommen. Mit Offensive bei der Elektromobilität, der neuen Euro-7-Norm und dem Ausbau von E-Fuels aus nachhaltigen Energiequellen ist Europa international vorbildlich.“

Quelle: VDA -Verband der Automobilindustrie e.V.

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