Studie zur Infrastruktur für E-Mobilität

Zu Beginn einer neuen politischen Amtszeit der EU fordert der Verband der Europäischen Automobilhersteller (ACEA) dringend einen umfassenden Plan, um den Übergang zu einer emissionsfreien Mobilität in Europa zu ermöglichen. Dies sollte eine erhebliche Aufstockung der Lade- und Betankungsinfrastruktur sowie sinnvolle Kaufanreize zur Stimulierung des Absatzes umfassen, um die von der EU gesetzten Ziele zu erreichen.

Auf der Frankfurter Automobilausstellung stellte ACEA die erste Ausgabe seines Jahresberichts über die wichtigsten „fördernden Faktoren“ für eine stärkere Akzeptanz von Elektro- und anderen alternativ angetriebenen Fahrzeugen durch die Verbraucher in der EU vor. Wenn die äußerst ehrgeizigen CO2-Ziele der EU für 2025 und 2030 erreicht werden sollen, müsse der Absatz solcher Fahrzeuge rasch ansteigen.

Ziel des ACEA-Berichts sei es daher, die Fortschritte bei der Verfügbarkeit von Infrastruktur und Anreizen (wie z.B. Bonuszahlungen und Prämien) vor der „Halbzeitüberprüfung“ der CO2-Ziele, die von der Europäischen Kommission im Jahr 2023 durchgeführt werden soll, zu verfolgen.

„Unsere Industrie ist bestrebt, so schnell wie möglich auf eine emissionsfreie Mobilität hinzuarbeiten. Aber dieser Übergang ist eine gemeinsame Verantwortung“, unterstrich Carlos Tavares, ACEA-Präsident und Vorstandsvorsitzender der PSA-Gruppe. „Er erfordert einen 360-Grad-Ansatz.“ Tavares: „Von unserer Seite aus bieten wir unseren Kunden eine ständig wachsende Auswahl an Fahrzeugen mit alternativem Antrieb an. Parallel dazu müssen die Regierungen in der gesamten EU dem zunehmenden Tempo, mit dem wir diese Autos auf den Markt bringen, durch eine drastische Erhöhung der Investitionen in die Infrastruktur gerecht werden. Darüber hinaus müssen sie auch nachhaltige Kaufanreize schaffen, die in der gesamten EU einheitlich sind“.

Der ACEA-Fortschrittsbericht 2019 zeigt, dass im Jahr 2018 in der gesamten Europäischen Union weniger als 145.000 Ladepunkte für elektrisch aufladbare Fahrzeuge (ECVs) zur Verfügung standen. Das sei zwar dreimal so viel wie vor fünf Jahren, aber immer noch weit hinter den mindestens 2,8 Millionen Ladepunkten, die bis 2030 benötigt werden, was einer Verzwanzigfachung der Zahl im nächsten Jahrzehnt entsprechen würde.

Aber es sei nicht nur der allgemeine Mangel an Infrastruktur, der ein Problem darstellt, es sei auch das enorme Ungleichgewicht in der Verteilung über die EU. Vier Länder, die etwa ein Viertel der Gesamtfläche der EU abdecken – die Niederlande, Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich – machen laut der jüngsten ACEA-Analyse mehr als 75 % aller ECV-Ladepunkte in der EU aus.

Darüber hinaus bestünde ein klarer Zusammenhang zwischen der Marktakzeptanz von ECVs und der Anzahl der Ladepunkte pro 100 km Straße: Fast alle EU-Länder mit weniger als einem Ladepunkt pro 100 km Straße haben ebenfalls einen ECV-Marktanteil von unter 1%.

Ein weiteres wichtiges Thema sei die Bezahlbarkeit. Die neuen ACEA-Daten zeigen, dass die Marktaufnahme von elektrisch aufladbaren Fahrzeugen auch in direktem Zusammenhang mit dem Lebensstandard eines Landes steht. Alle EU-Mitgliedsstaaten mit einem ECV-Marktanteil von weniger als 1% haben ein Pro-Kopf-BIP von weniger als 29.000 Euro. Dazu gehören viele Länder Mittel- und Osteuropas, aber auch Griechenland, Italien und Spanien.

„Wir müssen das Recht der Menschen auf Mobilität sichern, unabhängig von ihrem Wohnort und ihren finanziellen Möglichkeiten“, schloss Carlos Tavares. „Mobilität muss sauber, sicher und bezahlbar sein.“

Den ACEA-Fortschrittsbericht 2019 finden Sie hier: https://www.acea.be/publications/article/making-the-transition-to-zero-emission-mobility-2019-progress-report

Quelle: ACEA – European Automobile Manufacturers’ Association

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