Interview mit Fabrizio Giannelli von TecAlliance

Mit Innovation und Agilität den digitalen Wandel meistern

Der Automotive Aftermarket steht vor einem grundlegenden Umbruch. Wie gehen große Player mit dem digitalen Wandel um? Welche Lösungen bieten sie und wie stellen sie sich selbst auf die rasanten Veränderungen ein? Eine Interview-Reihe mit Fabrizio Giannelli, Vice President Data Manager Manufacturer bei TecAlliance, einem der führenden Datenspezialisten des Independent Automotive Aftermarket. In Teil 1 beschreibt Giannelli die Veränderungen in der internen Struktur und wie das die Organisation verändert hat.

Herr Giannelli, TecAlliance hat sich vor kurzem neu aufgestellt…

Richtig, 2018 haben wir eine umfassende Re-Strukturierung durchlaufen. Wir gehen damit konsequent den nächsten Schritt auf unserem Weg zu einer agilen Organisation, um so unsere Innovationskraft und Kundennähe weiter zu steigern. Die vergangenen 25 Jahre waren wir Vorreiter und Partner für innovative Geschäftsmodelle unserer Kunden. Das möchten wir bleiben, damit unsere Kunden auch weiterhin von den aktuellen Entwicklungen im digitalen Aftermarket profitieren. Das funktioniert aber nur, wenn wir uns auch selbst verändern.

Was war der Auslöser?

Digitalisierung, neue Mobilitätskonzepte und Globalisierung stellen bewährte Praktiken in Frage, schaffen aber auch Perspektiven für die Zukunft und inspirieren uns zu neuen Wegen. Darüber hinaus war die Neuaufstellung auch eine Reaktion auf das Feedback und die Wünsche der TecAlliance-Kunden, wie sie in der jährlichen Kundenbefragung und durch direktes Feedback zum Ausdruck kommen. Wir haben zugehört und unsere Konsequenzen daraus gezogen: Alle Teams, Prozesse und die IT-Landschaft der TecAlliance sind nun agil aufgestellt. Digitale Lösungen entwickeln wir heute noch flexibler und zielgerichteter für den Kunden als bisher. Entwickler, Tester, Produktverantwortlichen und die DevOps Engineers arbeiten Hand in Hand und binden den Kunden aktiv in die Entwicklungsphasen mit ein, so dass er selbst aktiv an der Produktgestaltung mitwirken kann. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir die Zufriedenheit unserer Kunden durch mehr Eigenverantwortung und maximale Flexibilität in unseren Teams sowie kürzere Entwicklungszyklen noch steigern können.

Wie sieht die neue Organisation aus?

Wir haben unter anderem vier eigenständige Geschäftseinheiten begründet, die nicht mehr produktgetrieben, sondern am Bedarf des Kunden orientiert sind und die Lösungen für die einzelnen Zielgruppen entwickeln. Das bedeutet einen Kulturwandel und ein Aufbrechen traditioneller Daten-Silos. Es schafft ganz neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Synergien im Sinne des Kunden. Zu den vier Units zählen die Bereiche Data Manager Manufacturer und Data Manager Trade, außerdem die Units Order Manager und Fleet Manager. Alle Divisionen sind jeweils für den Vertrieb in Europa und die globalen Produkte, Daten und Lösungen in ihrem Bereich verantwortlich und berichten jeweils an den verantwortlichen Executive Vice President. Neben Michael Matthes, ebenfalls Vice President Data Manager Manufacturer, der die globale Produktverantwortung hat, verantworte ich den europäischen Vertrieb für die Datenmanager auf Herstellerseite: Das umfasst die Lösungen und Daten rund um OE-Daten, VIO-Daten sowie unsere Datenmanagement-Tools (DMM, PMD, CCU und PMA).

Wie wollen Sie Ihre neue Rolle ausfüllen?

Mein Ziel ist es, unsere Kunden, die Teilehersteller darin zu unterstützen, ihre Daten dem Markt noch schneller und einfacher zur Verfügung zu stellen.

TecAlliance veröffentlicht derzeit in kurzen Abständen immer wieder neue Lösungen oder Updates von etablierten Lösungen… Die agile Organisation scheint bereits Wirkung zu zeigen.

Ja, es stimmt, unsere Innovationsfrequenz hat sich erhöht. Zu den neuen Lösungen, die wir auch auf der Autopromotec in Bologna präsentieren, gehören unter anderem der Order Manager, der Data Manager, unter dem die bekannten Datenmanagement-Lösungen CCU, DMM und PMD zusammengefasst sind, der Fleet Manager sowie der Analytics Manager – insbesondere mit dem Modul Demand Dashboard. Dieses neue Modul erlaubt Teileherstellern eine gezielte Optimierung des eigenen Produktportfolios und ist eine der umfassendsten Business-Intelligence-Lösungen im Independent Automotive Aftermarket.

Ein tolles Forschungsprojekt war auch der digitale Sprachassistent, den TecAlliance und Continental für den Einsatz in der Kfz-Werkstatt entwickelt haben und der in der Branche großes Aufsehen erregte. Stolz sind wir auch auf die brandneue Version 3.0 des TecDoc Catalogue, die wir im Januar 2019 gelauncht haben und mit dem die Ersatzteilidentifikation im Alltag noch einfacher wird.

Danke für das Gespräch.

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