Autozubehör: Immer mehr Online-Absatz

Der deutsche Online-Autoteilehandel ist längst ein Milliardengeschäft

Der Jahresumsatz wurde erst kürzlich auf über 12 Milliarden Euro geschätzt, und weiteres Wachstum ist in Sicht. Besonders interessant sind dabei die Steigerungen zu den Vorjahren.

Sieben Millionen Kunden, fast zehn Prozent Marktanteil: Der Online-Kauf von Autoteilen boomt mehr denn je. Voraussetzung dafür ist wie so oft eine breite Produktpalette mit attraktiven Preisen. Bekannte Namen wie tirendo.de, mittlerweile auch im Fernsehen u.a. mit Sebastian Vettel als Gallionsfigur präsent, zeigen mit ihrem Sortiment, wie es geht.

Die Gründe für den Erfolg liegen auf der Hand. Was schon bei wesentlich kleineren, handlicheren Produkten wie Schuhen oder Kleidung gilt, wiegt bei Autoteilen umso schwerer: der Transport. Ob Winterreifen, Karosserieteile, Bremssättel oder Federungen – nicht alle Teile sind so kompakt wie ein Set neuer Scheibenwischer. Der Online-Versand ist angenehm komfortabel und stressfrei. Das altbekannte Gegenargument in Form von Service-Problemen verliert dabei immer mehr an Gültigkeit. Die meisten Shops haben die Bedeutung eines guten Kundenservices längst begriffen und umgesetzt; kompetente Telefon-Hotlines gleichen den Nachteil der entfallenden Vor-Ort-Beratung praktisch aus.

Logischerweise fördert diese Entwicklung auch Verlierer zutage. Der stationäre Handel verliert immer mehr Anteile an den Online-Markt, in diesem Fall sind Werkstätten die Leidtragenden. Eine Ausweitung des eigenen Geschäfts auf den Online-Markt ist oft nur eine theoretische Lösung, aber aufgrund vieler Umstände kaum umsetzbar. Zumindest nicht, ohne die Rentabilität zu gefährden, was das Vorhaben wiederum zweckentfremden würde.

Online-Teilehandel als Abbild des Marktes

Blickt man auf die Zahlen, folgt der Autoteile-Sektor dem Gesamtmarkt mit identischer Schrittlänge. Zum Vergleich: Der Online-Handel machte 2014 knapp 10 Prozent des Einzelhandelsumsatzes aus – dieselbe Zahl steht beim Anteil des Online-Autozubehörs zu Buche. Dazu knackte der deutsche eCommerce 2014 eine Schallgrenze: Erstmals wurden über 40 Milliarden Euro umgesetzt, eine magische Marke, die das Potenzial des Online-Geschäfts umso deutlicher aufzeigt. Schon 2013 waren die Wachstumszahlen überaus beeindruckend, doch das Ende der Fahnenstange scheint noch lange nicht erreicht.

Man darf also auch im Autoteilehandel mit einer weiteren Verschiebung der Verhältnisse rechnen. Neben spezialisierten Fach-Shops wie Tirendo sind mittlerweile auch Verkaufs- und Auktionsplattformen sowie branchenübergreifende Kaufhäuser in das Geschäft mit Autozubehör eingestiegen; also auch hier ein klarer Indikator für die großen Chancen, die diesem Marktsegment zugerechnet werden.

Bild: © istock.com/dashadima

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