E-Fuels für EU-Klimaschutzziele Dienstleistung, Kraftstoff, Mobility

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E-Fuels sind notwendig, um EU-Klimaschutzziele des Verkehrssektors zu erreichen

E-Fuels aus erneuerbaren Quellen sind notwendig, um die EU-Klimaschutzziele des Verkehrssektors zu erreichen. Der Endenergiebedarf aller Verkehrsträger der EU im Jahr 2050 wird selbst in einem stark batterieelektrifizierten Verkehrsszenario zu mehr als 70 Prozent von E-Fuels gedeckt werden. Die derzeit noch hohen Kosten für E-Fuels werden sinken. Dies sind die Kernaussagen der Studie von dena und LBST, die am 08.11.2017 im VDA erstmals vorgestellt wurde.

Die Studie „E-Fuels – The potential of electricity-based fuels for low emission transport in the EU“ untersucht den zukünftigen Energiebedarf des europäischen Verkehrssektors sowie den dafür notwendigen Bedarf für den Ausbau erneuerbarer Energieerzeugungskapazität. Auf dieser Basis folgt eine Analyse der notwendigen Investitionen, um eine Treibhausgasreduzierung von 95 Prozent im Verkehr zu erreichen.

„Unsere Studie zeigt, dass wir unsere Bemühungen in der Umwelt- und Verkehrspolitik deutlich breiter aufstellen und verstärken müssen, um die EU-Klimaschutzziele im Verkehrssektor zu erreichen. E-Fuels werden dabei eine wesentliche Rolle spielen. In erster Linie, um Flug-, Schiff- und Straßengüterverkehr mit emissionsarmen Kraftstoffen zu betreiben. Aber auch in den Pkw-Bestandsflotten werden wir perspektivisch klimaneutrale flüssige und gasförmige Kraftstoffe aus erneuerbarem Strom benötigen, wenn wir es ernst meinen mit den Klimazielen für das Jahr 2030 und darüber hinaus“, sagte Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung.

Laut Studie bestehe derzeit in Europa ein ausreichendes technisches Potenzial zur erneuerbaren Stromproduktion, um den langfristigen Bedarf an Transportenergie und E-Fuels zu decken. Allerdings sei hierzu ein starker Ausbau der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien erforderlich.

„Der voraussichtliche Bedarf an erneuerbarem Strom für den gesamten EU-Verkehrssektor im Jahr 2050 würde etwa dem Sieben- bis Zehnfachen der aktuellen jährlichen erneuerbaren Stromproduktion in der EU entsprechen. Gut 80 Prozent dieses Bedarfs gingen dann auf die Herstellung von E-Fuels zurück“, erläuterte Uwe Albrecht, Geschäftsführer der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik. Damit rechtzeitig Kapazitäten im erforderlichen Maßstab zur Verfügung stehen, sei eine E-Fuels Roadmap auf nationaler, EU- und internationaler Ebene zwingend erforderlich.

E-Fuels würden dabei keinen Widerspruch zum Hochlauf der Elektromobilität darstellen.

„Die Verkehrsmittel sollten dort, wo technisch möglich und ökologisch sinnvoll, elektrifiziert und teilelektrifiziert werden. E-Fuels werden aber insbesondere für Anwendungen im Verkehr, für die aus heutiger Sicht keine elektrischen Antriebssysteme zur Verfügung stehen, unverzichtbar sein. Die Mobilität von morgen wird daher einen Mix aus unterschiedlichen Technologien erfordern. Deutschland als Kernland der Automobilindustrie sollte auf keine dieser Technologien verzichten oder sie gar verbieten. Politik sollte Ziele, aber nicht den Weg vorgeben“, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). Er betonte des Weiteren: „Synthetische Kraftstoffe ermöglichen, dass bestehende Tankstellen und Motoren genutzt werden können. Somit wirken E-Fuels auf den gesamten Fahrzeugbestand in der EU, nicht nur auf Neuzulassungen. Deshalb ist dies ein wirkungsvoller Hebel zur CO2-Minderung – und bietet zudem dem Verbrennungsmotor neue Optionen.“

Die Studie weist darauf hin, dass E-Fuels derzeit noch in der Entwicklungs- und Marktvorlaufphase und damit deutlich teurer als die fossilen Alternativen sind. Derzeit belaufen sich die Kosten für E-Fuels auf bis zu 4,5 Euro pro Liter Dieseläquivalent. Ein Zielkostenniveau von circa 1 Euro pro Liter Dieseläquivalent erscheint mit Importen aus Regionen mit hohem Angebot an Sonne oder Wind aus heutiger Perspektive erreichbar, so die Experten. Politik und Industrie sollten daher eine strategische Agenda für die Technologieentwicklung, Marktentwicklung und Regulierung für E-Fuels erstellen. Über eine branchenübergreifende E-Fuels-Plattform könne dieser Prozess zeitnah angeschoben und koordiniert werden.

Quelle: VDA

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