Herausforderungen urbaner Mobilität

Veröffentlicht am 29.09.2021

„Mensch und Verkehr im urbanen Umfeld“ lautete das Motto des Mobilitätskongresses 2021 in Nürnberg. Städte stehen vor der Herausforderung, die vom Straßenverkehr mitverursachten Probleme wie Staus, Luftverschmutzung und Treibhausgasausstoß zu entschärfen. Gleichzeitig sei die verfügbare Fläche begrenzt, wie auch Oberbürgermeister König in seiner einleitenden Rede deutlich machte. Hier seien zukunftsweisende Gesamtkonzepte gefragt, die die Stärken der jeweiligen Verkehrsmittel optimal nutzen, ohne die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen einzuschränken.

Jürgen Hildebrandt, Leiter Verkehr, Technik und Umwelt beim ADAC Nordbayern stellt fest:

„Digitalisierung und technische Innovationen bieten für alle Verkehrsarten ungeheure Potentiale sowohl für die Lebensqualität in urbanen Räumen als auch für eine umweltfreundlichere Mobilität. Hierbei muss man aber beachten, dass die Menschen zwar Klimaschutz wollen, aber keine Einschränkungen in Ihrer Mobilität. Es muss demnach gelingen, unsere Mobilitätsangebote umweltfreundlich zu gestalten und gerade im urbanen Raum mehr Menschen davon zu überzeugen, Alternativen zum PKW zu nutzen.“

Dabei muss Mobilität in erster Linie bezahlbar bleiben, der Preis sei aber nicht das einzige Kriterium. Alternative Lösungen müssen technologieoffen, schnell, zuverlässig, sauber und bedarfsgerecht sein. Bei der angestrebten Dekarbonisierung des motorisierten Individualverkehrs sollte daher der Blick nicht nur auf batterieelektrische Fahrzeuge gerichtet, sondern auch der Bestand berücksichtigt werden.

Gesamtkonzepte inklusive Aufenthaltsqualität

„Das Durchschnittalter der Fahrzeuge steigt immer weiter, weshalb wir bei herkömmlichen Antriebslösungen für eine Stärkung der Entwicklung von regenerativ hergestellten eFuels plädieren. Auch der Wasserstoff kann eine wichtige Rolle spielen. Für beide alternativen Kraftstoffe sprechen die gute Speicherfähigkeit sowie Synergien zwischen den Sektoren Strom, Wärmemarkt und Verkehr“, so Hildebrandt.

Für die urbane Mobilität seien nach dem ADAC zukunftsweisende Gesamtkonzepte gefragt, die eine höhere Aufenthaltsqualität zum Ziel haben. Bei der Neugestaltung der Straßenräume dürften jedoch keine neuen Gefahrenquellen im Verkehr entstehen. Zudem müsse die Leistungsfähigkeit der Straßen auch für den ÖPNV und den Wirtschaftsverkehr erhalten bleiben. Eine Flächenumverteilung allein zugunsten des Radverkehrs auf Hauptverkehrsstraßen sei daher aus Sicht des ADAC Nordbayern nicht zielführend. Eine Alternative stelle vielmehr der Ausbau von Fahrradwegen in weniger frequentierten Nebenstraßen dar.

Auch vor dem Hintergrund, dass die meisten Menschen mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind und z.B. Fahrrad, Auto und ÖPNV je nach Bedarf nutzen, sollte die Diskussion versachlicht werden. Einer Umfrage des ADAC unter Stadtbewohnern ab 16 Jahren zufolge, werden vor allem attraktive Aufenthaltsflächen für den Fußverkehr, sichere und breite Radwege sowie mehr Bus- und Umweltspuren gewünscht. Allerdings würde gleichzeitig ein Viertel der städtischen Autofahrer auch bei optimalen Radwegen nicht auf das Fahrrad umsteigen und alle Verkehrsteilnehmergruppen haben gleichermaßen das Gefühl, dass für ihre Verkehrsart mehr getan werden müsste.

„Eine Lösung von Zielkonflikten im Stadtverkehr kann folglich nur gemeinsam unter Einbeziehung aller Interessensgruppen gelingen und sollte dabei stets die individuellen örtlichen Gegebenheiten berücksichtigen,“ erläutert Hildebrandt.

Quelle: ADAC; Bild: VDA – Verband der Automobilindustrie e.V.

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