LKQ: CEO schaut positiv in die Zukunft

  • LKQ Europe erwartet Erholung des Werkstattgeschäfts zur Jahresmitte
  • CEO Arnd Franz in der „Automobilwoche“: „Wann die Erholung eintritt, hängt vom Staat ab“
  • Unterstützung für langjährige Kunden
  • Investition in neues Zentrallager wird fortgesetzt

Europas größter Händler für Autoersatzteile im Aftermarket, LKQ Europe, sieht Chancen auf eine Erholung des Werkstattgeschäfts Ende des zweiten, Anfang des dritten Quartals:

„Ich gehe davon aus, dass wir 2020 auf jeden Fall einen Rückgang gegenüber 2019 sehen werden“, sagte LKQ Europachef, Arnd Franz, in einem heute veröffentlichten Interview mit der Fachzeitschrift „Automobilwoche“. „Wann die Erholung eintritt, hängt vom Staat ab, vom Bund, den Ländern und den Nachbarstaaten. Vielleicht haben wir gegen Ende des zweiten Quartals wieder eine Chance auf Erholung, vielleicht aber auch erst im dritten Quartal“, so Arnd Franz weiter.

LKQ Europe versorgt auch während des Shutdowns die geöffneten Werkstätten weiter mit Ersatzteilen. Das Unternehmen beliefert täglich über 15.000 Werkstätten in Deutschland. Es unterstützt diese Betriebe auch bei der Beantragung von Fördermitteln und Liquiditätshilfen, die Bund und Länder wegen der Coronavirus-Krise zur Verfügung stellen. Arnd Franz:

„In vielen Fällen unterhalten wir jahrelange Geschäftsbeziehungen zu unseren Kunden und wollen dabei helfen, dass gesunde Betriebe jetzt nicht in Bedrängnis kommen, nur weil der Antragsweg stockt.“

Dazu stellt LKQ Europe den Werkstätten eine Bestätigung der Geschäftsbeziehung als Bonitätsauskunft zur Verfügung. Diese kann dann mit dem Förderantrag bei der Hausbank eingereicht werden. Hintergrund ist, dass Europachef Arnd Franz die Gefahr sieht, dass die Banken nur zögerlich die 10 bis 20 Prozent Restrisiko bei den
Krediten übernehmen.

An der größten Investition in diesem Jahr, dem Bau eines neuen Zentrallagers für die Niederlande, hält LKQ Europe fest. Arnd Franz:

„Dafür stellen wir einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag bereit. Unsere Planung sieht vor, dieses Projekt bis Ende des Jahres abzuschließen. Daran ändert sich nichts.“ Andere Investitionen stünden angesichts der Krise auf dem Prüfstand – „nicht nur wegen der Kapazitätsanpassung, sondern auch zur Liquiditätssicherung“, führte Arnd Franz weiter aus.

Das Handelsgeschäft mit Fahrzeugteilen in Europa ist ein 100 Milliarden Euro-Markt. LKQ erzielt in Europa einen Umsatz von knapp über fünf Milliarden Euro. Insgesamt arbeiten im Teilehandel rund 700.000 Menschen, davon rund 27.000 Mitarbeiter beim Marktführer LKQ Europe.

„Europa ist ein hochfragmentierter Markt“, sagte Arnd Franz. „Für die in Zukunft notwendigen Investitionen benötigt man eine bestimmte Größenordnung. Wir haben die, viele andere nicht.“

Im wachsenden Anteil an Elektrofahrzeugen, deren Antrieb weniger Wartung braucht, sieht Arnd Franz keine Bedrohung des Teile- und Werkstattgeschäfts:

„Das wird sicherlich einen Einfluss haben. Durch den Plug-in-Hybrid erwarten wir einen gewissen Schub für die Werkstatt, die dann sowohl mit konventionellem Antriebsstrang als auch mit Hochvolttechnologie umgehen muss.“

Langfristig rechne er mit weniger Geschäft aus dem Bereich Antrieb und dafür mit mehr aus den Bereichen Karosserie und Assistenzsysteme.

„Darauf werden sich die freien Werkstätten genauso einstellen wie heute schon die Vertragshändler.“

LKQ Europe beliefert vor allem freie Werkstätten mit Ersatzteilen, Software, Werkzeugen und schult deren Personal. Quelle: LKQ Europe

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