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CLEPA: Zugang zu in-vehicle data

Veröffentlicht am 31.10.2022
Ein fairer und unverfälschter Wettbewerb ist eine Voraussetzung dafür, dass Europa seine Innovationskraft bei Mobilitätsdienstleistungen voll entfalten kann. Jede privilegierte Position im Datenstrom oder im Informationsfluss zwischen einem Fahrzeug und dem nächsten Kommunikationspunkt hat das Potenzial, Marktteilnehmer in der Erbringung von Dienstleistungen einzuschränken oder sogar auszuschließen. Es folgt eine Zusammenfassung des Positionspapieres „Access to in-vehicle data and resources“ des Verbandes der Automobilzuliefererindustrie CLEPA.

Rechtsrahmen für fairen Wettbewerb

Die Automobiltechnologie macht rasche Fortschritte, wobei die Fahrzeuge immer größere Datenmengen für den Betrieb und die Überwachung der Systeme (z. B. Systemdiagnose, Routenplanung usw.) erzeugen und sammeln. Dies kann Fahrern, Fahrgästen und anderen Verkehrsteilnehmern erhebliche Vorteile bringen. Diese Daten sind auch für einen expandierenden Markt wertvoll, der sie nutzen kann, um den Verbrauchern neue Dienstleistungen anzubieten oder bestehende Reparatur- und Wartungsdienste zu verbessern.

Innovation in diesem Bereich setzt jedoch voraus, dass Fahrzeugdaten von den verschiedenen Wirtschaftsakteuren gemeinsam genutzt werden. Ein fairer und unverfälschter Wettbewerb ist eine Voraussetzung dafür, dass Europa seine Innovationskraft bei Mobilitätsdienstleistungen voll entfalten kann. Jede privilegierte Stellung im Datenstrom oder im Informationsfluss zwischen einem Fahrzeug und dem nächsten Kommunikationspunkt hat das Potenzial, Marktteilnehmer in der Bereitstellung von Dienstleistungen einzuschränken oder sogar auszuschließen.

Gegenwärtig kontrollieren die Fahrzeughersteller den Zugang zu allen Kommunikationsgeräten und haben damit eine einzigartige privilegierte Position, um auch den Datenfluss im Fahrzeug zu kontrollieren. Dies birgt die Gefahr einer Wettbewerbsverzerrung, die die Verbraucher daran hindert, alternative Mehrwertdienste von einer Vielzahl von Drittanbietern zu wählen.

Die Europäische Kommission beabsichtigt, im Rahmen einer Änderung der EU-Typgenehmigungsvorschriften Regulierungsoptionen für Fernreparatur- und -wartungsdienste und andere Dienstleistungen zu prüfen, die auf von Fahrzeugen generierten Daten basieren.

In diesem Zusammenhang argumentiert der CLEPA, dass eine Regulierung des Datenzugangs auf EU-Ebene dazu beitragen kann und sollte, einen fairen und gleichberechtigten Zugang für alle Anbieter von Dienstleistungen zu gewährleisten, um einen wettbewerbsfähigen Markt zum Nutzen und im Interesse der Verbraucher zu schaffen.

Innerhalb des Rechtsrahmens für Fahrzeuge wäre der Zulassungsprozess für neue Fahrzeuge die geeignete Instanz, um sicherzustellen, dass alle technischen Aspekte der Konnektivität und des Zugangs zu bordeigenen Daten und Ressourcen offengelegt werden. Die Fahrzeughersteller sollten vollständige Transparenz über die technisch verfügbaren Datenpunkte auf den verschiedenen Ebenen im Fahrzeug, die Telematikfunktionen und die jeweiligen Verfahren für Dritte bieten, um einen unabhängigen und unkontrollierten Zugang zu solchen Daten und Ressourcen im Fahrzeug zu ermöglichen.

Darüber hinaus empfiehlt CLEPA, dass die Europäische Kommission aus der Wettbewerbsperspektive eine rechtliche Anleitung zu den Rollen und Verantwortlichkeiten der jeweiligen Wirtschaftsakteure vorlegt, um einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten. Lesen Sie auch: Datenschutzgesetzt Data Act ist unzureichend für den Aftermarket

Elektronische Komponenten machen bereits ein Drittel des Wertes eines Fahrzeugs aus

Das Tempo der technologischen Entwicklung und der Digitalisierung im Automobilsektor hat exponentiell zugenommen. Elektronische Bauteile machen bereits ein Drittel des Wertes eines Fahrzeugs aus, und Schätzungen zufolge werden bis 2025 70 % des Fahrzeugparks vernetzt sein. Heutige moderne Fahrzeuge erzeugen jede Stunde etwa 25 Gigabyte an Daten, und autonome Autos werden Terabytes an Daten erzeugen. Diese Daten können für bestehende Reparatur- und Wartungsdienste genutzt werden, könnten aber auch das Entstehen innovativer Mobilitätsdienste ermöglichen.


Ferndiagnose und -prognose, Servicetermine über das Armaturenbrett, Software-Updates über die Luft, Carsharing-Funktionen, Lieferung in den Kofferraum und Parken sind nur einige dieser Dienste. Selbst Bezahldienste, bei denen das Fahrzeug in Parkhäusern oder an Tankstellen über eine konnektivitätsbasierte App Rechnungen bezahlt, gehören zu den Diensten eines neuen Marktes, dessen Wert in fünf Jahren 34 Milliarden Euro erreichen könnte. Bestehende Märkte wie Reparatur und Wartung, die für die europäischen Zulieferer einen Wert von 130 Milliarden Euro darstellen, werden sich ebenfalls grundlegend verändern. Quelle: CLEPA

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