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Die Hälfte aller Ladestationen in der EU konzentriert sich auf nur zwei Länder

Veröffentlicht am 16.09.2022
Eine neue Datenanalyse des Verbands der Europäischen Automobilhersteller (ACEA) zeigt, dass die Hälfte aller Ladepunkte für Elektroautos in der Europäischen Union auf nur zwei Länder konzentriert ist – die Niederlande (90.000 Ladepunkte) und Deutschland (60.000).

Große Unterschiede in der Europäischen Union

Deutschland und die Niederlande machen weniger als 10 % der gesamten EU-Fläche aus. Die andere Hälfte aller Ladestationen ist über die übrigen 25 Länder verstreut, die 90 % der Fläche der Region abdecken. Der Abstand zwischen den Ländern an der Spitze und am Ende der Rangliste ist enorm. Die Niederlande – das Land mit der größten Infrastruktur – haben fast 1 600 Mal mehr Ladepunkte als das Land mit der geringsten Infrastruktur (Zypern, mit nur 57 Ladepunkten). Tatsächlich haben die Niederländer allein so viele Ladepunkte wie 23 Mitgliedstaaten zusammen.

Bei der Verteilung der Infrastruktur gibt es eine klare Trennung zwischen den mittel- und osteuropäischen Ländern auf der einen und den westeuropäischen Ländern auf der anderen Seite. So verfügt beispielsweise ein großes Land wie Rumänien – etwa sechsmal so groß wie die Niederlande – nur über 0,4 % aller Ladepunkte in der EU.

Ladestationen bleiben hinter dem Bedarf zurück

Obwohl die Zahl der Ladepunkte in der EU in den letzten fünf Jahren stark zugenommen hat (+180 %), bleibt die Gesamtzahl (307 000) weit hinter dem Bedarf zurück. Um die CO2-Ziele zu erreichen, muss der Verkauf von Elektrofahrzeugen in allen EU-Ländern massiv ansteigen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass bis 2030 bis zu 6,8 Mio. öffentliche Ladepunkte erforderlich wären, um die vorgeschlagene CO2-Reduktion von 55 % für Autos zu erreichen – was bedeutet, dass wir in weniger als 10 Jahren ein mehr als 22-faches Wachstum erleben müssen.

Die von der Europäischen Kommission im vergangenen Jahr vorgeschlagene Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) soll dazu beitragen, diese Situation zu verbessern. Ihr Anspruch ist jedoch völlig unzureichend, sagt ACEA. Generaldirektor des ACEA, Eric-Mark Huitema kommentiert:


„Während einige Länder bei der Einführung der Infrastruktur vorpreschen, hinkt die Mehrheit hinterher. Die krassen Unterschiede zeigen, dass wir starke AFIR-Ziele brauchen, die in allen EU-Mitgliedstaaten harmonisiert sind. Wir fordern die politischen Entscheidungsträger auf, AFIR zu stärken, damit es das Ziel erreichen kann, ein dichtes europäisches Netz von Ladestationen aufzubauen, das sich von Norden bis Süden und von Osten bis Westen erstreckt.“

 

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