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Das ungenutzte Umsatzpotentiale im Reifenlager

Veröffentlicht am 11.02.2022
Immer häufiger sind Autos aller Klassen mit Leichtmetallfelgen bestückt. Die schönen Rundlinge leiden jedoch stark unter „Verletzungsgefahr“, der Bordstein lauert an jeder Ecke. Vor allem für die Fahrer der auch im privaten Bereich immer beliebteren Leasing-Fahrzeuge bedeutet das am Ende der Vertragslaufzeit eine hohe zusätzliche finanzielle Belastung, denn beim Händler werden beschädigte Felgen oft rigoros ausgetauscht, auch wenn es sich um vermeintlich kleine Schäden handelt. Dabei könnten sie für vergleichbar kleines Geld aufbereitet werden, was zudem noch nachhaltiger ist als austauschen und wegwerfen. Aber auch im Gebrauchtwagenmarkt führen beschädigte Felgen immer wieder zu Preisdiskussionen, die sich durch eine Felgenreparatur vermeiden ließen.

Unterschiedliche Verfahren

Am Markt finden sich zwei Verfahren, die dafür zur Anwendung kommen: schleifen oder abdrehen. Die Firma Cartec Autotechnik Fuchs GmbH bietet mit dem Wheel Master System ein komplettes System für die Felgenreparatur mit Schleiftechnik an. Laut Geschäftsführer Daniel Fuchs findet sich in Deutschland ein Potential von über 31 Millionen beschädigten Alufelgen. Neben Korrosionsschäden (ca. 20 %) sind Bordsteinkontakte die häufigste Ursache.

„Viele der beschädigten Felgen finden sich in Räderhotels und –lagern, wo man einfachen Zugriff darauf hat und sich daraus viele Möglichkeiten eines Kundenangebots ergeben. Aus unserer Erfahrung nehmen durchschnittlich 30 Prozent der Kunden so ein Angebot an“, so Daniel Fuchs.

Verfahren mit TÜV Süd-Segen

Darüber hinaus lohnt sich eine Felgenreparatur auch im Gebrauchtwagenbereich, wo beschädigte Räder oftmals hohe Nachlässe verursachen. Außerdem kann die Felgenreparatur als Dienstleistung für externe Kunden angeboten werden. Die bislang über 650 WheelDoctor-Partner profitieren dabei von einem vom TÜV Süd geprüften Konzept.

Ohne Reifendemontage

Cartec setzt auf das Prinzip des Rotationsschleifens und schleift Kratzer in glanzgedrehten Felgen bis zu einer Maximaltiefe von einem Millimeter ab. Ein spezielles Strukturpad, an die rotierende Felge gehalten, erzeugt anschließend die ursprüngliche Oberflächenoptik. Nach der Reinigung mit Spezialreiniger wird das behandelte Felgenhorn mit einer bis 850 °C temperaturstabilen Glas-Keramik-Versiegelung geschützt. Dazu benötigt der Anwender nur 15 Minuten, auch weil das Wheel Master System erlaubt, in 90 Prozent der Fälle den Reifen auf der Felge zu lassen. Mit dem System lassen sich natürlich auch lackierte Felgen (Ø 30 min.) sowie glanzgedrehte Felgen vollflächig (Ø 45 min.) aufbereiten. Schäden die tiefer als die Lackschicht gehen dürfen sich dabei aber maximal 50 Millimeter vom Rand des Felgenhorns auf die Speichen erstrecken.

CNC-Verfahren aus der Herstellung

Die Mainhattan Wheels GmbH in Dietzenbach bei Frankfurt ist Felgenproduzent und hat aus dem Herstellungsprozess ein CNC-Verfahren zur Felgereparatur entwickelt.

„Die Besonderheit bei unserer Art der Felgenreparatur liegt darin, dass wir die gleichen Prozesse und Maschinen wie bei der Felgenherstellung verwenden. Das bedeutet, dass wir ein nahezu originalgetreues Ergebnis erzielen und die Felge in den ursprünglichen Zustand zurück versetzen“, so Geschäftsführer Thomas Beez.

Mit dem Verfahren können Felgenoberflächen jeder Art behandelt werden, ob glanzgedreht, lackiert oder pulverbeschichtet. Dank der selbst entwickelten Software können die CNC-Maschinen so gesteuert werden, dass sie nur im beschädigten Bereich, der laut Beez zu 99 Prozent am Felgenhorn liegt, Material abtragen, am Rest der Felge nur den Klarlack.

„Wir nennen das ungleichmäßiges Überdrehen und können auf 1/1000 Millimeter steuern, wo wie viel Material abgetragen wird“, erklärt Beez.

Sicherheit geht vor

Wieviel Materialabtrag möglich ist, wird individuell nach Bauart der Felge entschieden.

„Man muss unterscheiden zwischen einer leichten Sportfelge oder einem Gussrad für SUV. Wir differenzieren nach Bauart der Felge und entscheiden dann, wie viel Material abgenommen werden kann. Maßstab sind dabei auch die Toleranzwerte aus unserer Felgenproduktion, die wir sehr restriktiv handhaben“, erläutert Beez.

Jedes behandelte Rad bekommt außerdem einen Prägestempel mit Data-Matrix-Code um sicherzustellen, dass ein Rad nicht mehrfach bearbeitet wird.

Der rasant wachsende Markt an Elektroautos stellt die Werkstätten in Zukunft vor das Problem wegfallender Servicearbeiten. Die Felgenreparatur ist mit den zeit- und prozessoptimierten Systemen eine Gewinn versprechende Möglichkeit, dies aufzufangen. Schließlich fahren auch Elektroautos mal an den Randstein.

Da die Kosten für die Maschinen in beiden Fällen je nach Ausstattung bis zu mehreren zehntausend Euro betragen können, lohnt sich eine Anschaffung nur bei entsprechendem Auftragsaufkommen. Schulungen und technischer Support, bei Cartec auch ein Einsteigerpaket, sind immer inklusive. Alternativ können Werkstätten die Felgen auch in einem der 650 Wheeldoctor-Stützpunkte von Cartec behandeln lassen oder direkt zu mainhatten-wheels einschicken. Detaillierte Infos zu beiden Systemen und welche Schäden reparabel sind finden Sie auf der jeweiligen Homepage www.cartec-systems oder www.mainhattan-wheels.de. Har


 

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