Herausforderungen des Nfz-Gutachters

Veröffentlicht am 18.11.2021

Kfz-Gutachter kennen die meisten Werkstatt-Profis aus dem Tagesgeschäft mit Pkws. Ob nach einem Unfall oder bei der Leasing-Rückgabe, die Gutachter gehen in vielen Werkstätten ein und aus. Was nicht jeder weiß: normale Autos sind nur ein Teil des Geschäfts. Auch die ganz dicken Brummer haben bei den gestandenen Gutachtern der FSP, die zum TÜV Rheinland gehört, einen festen Platz. Im Prinzip ist es wie beim Pkw – nur größer. Ein paar Besonderheiten gibt es dennoch beim Geschäft mit der schweren Klasse. Darüber berichtet Nfz-Gutachter Markus Veit aus Karlsruhe:

„Die meisten Gutachten, mit denen wir es zu tun haben, sind Wertgutachten oder Zustandsbeurteilungen von Leasing-Rückläufern,“ erklärt FSP-Gutachter Markus Veit. „Vieles, was wir bei den Brummis untersuchen, kennen wir natürlich aus dem Pkw, aber eben längst nicht alles.“

Knifflig wird es bei den vielen verschiedenen Aufbauten.

„Es gibt ja gar nicht so viele unterschiedliche Fahrgestelle,“ so Veit. „Aber bei den Aufbauten ist vieles ein Unikat. Da müssen wir uns jedes Mal neu reindenken.“

Komplexes Unfallgutachten

Bei Unfällen entsteht hier oft hoher Sachschaden, den nur ein echter Spezialist beurteilen kann. Deshalb sind Unfallgutachten in der Regel sehr aufwändig. Bei Bussen finden solche Gutachten manchmal reparaturbegleitend über mehrere Wochen statt. Genau hier sieht er auch die Abwechslung im Geschäft mit der schweren Klasse. Ist beim Chassis eher Business as usual angesagt, so wird es beim Aufbau anspruchsvoll. Hier kommen verschiedene Werkstoffe bei den Aufbauwänden zum Tragen. Außerdem muss ein Gutachter auch den Pflegezustand und zum Beispiel die Funktion von Kühl-Aufbauten exakt beurteilen können. Der allgemeine Zustand des gesamten Fahrzeugs ist für Markus Veit schon zu Beginn des Begutachtungsprozesses ein wichtiger Faktor.

„Kommt ein augenscheinlich schlecht gepflegtes Fahrzeug in die Werkstatt, ist das nur allzu oft ein Hinweis auf den einen oder anderen schwerwiegenden Mangel,“ stellt Veit ernüchtert fest.

Seine Erfahrung hat ihm gezeigt, dass ständig wechselnde Fahrer eine Ursache für hohen Verschleiß sein können. In so einem Fall schaut er ganz besonders genau hin. Man muss sich aber auch vor Augen führen, dass so ein Lkw möglichst unterwegs sein muss, um sein Geld zu verdienen. Laufleistungen zwischen 400.000 und 800.000 Kilometern sind bei Nutzfahrzeugen keine Seltenheit. Wenn sie drei bis vier Jahre im Schichtbetrieb unterwegs sind, zollt diese Beanspruchung natürlich ihren Tribut. Ohne Mängel ist da praktisch kein Fahrzeug mehr. Für Markus Veit ist genau dies aber das Spannende an seinem Beruf. Er will bei allem Verschleiß ein objektives Urteil fällen, damit seine Kunden eine gute Grundlage für ein faires Geschäft haben. Quelle: TÜV Rheinland

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