Remanufacturing-Einfluss auf die Umwelt

Veröffentlicht am 12.03.2021

Im Auftrag der EU hat JRC eine technische Studie zum Thema Remanufacturing veröffentlicht: Sustainable use of Materials through Automotive Remanufacturing to boost resource efficiency in the road Transport system (SMART). Im Folgenden ist die Zusammenfassung der Studie dargestellt.

Fahrzeuge gehören zu den Schlüsselprodukten der Wertschöpfungskette, die im Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft, einem der Hauptblöcke des Green Deal, genannt werden. Auch die Synergien zwischen einer nachhaltigen und intelligenten Mobilität und dem Übergang zur Kreislaufwirtschaft werden in der bevorstehenden „Umfassenden Europäischen Strategie für nachhaltige und intelligente Mobilität“ weiter behandelt. Remanufacturing gehört zu den Strategien, die die Ressourceneffizienz und damit die Kreislauffähigkeit von Produkten steigern und die Umweltauswirkungen minimieren.

Das Forschungsprojekt SMART

SMART (Sustainable use of Materials through Automotive Remanufacturing to boost resource efficiency in the road Transport system) ist ein exploratives Forschungsprojekt des JRC, das den Beitrag von End-of-Life-Praktiken (EoL) zur Verringerung der Umweltauswirkungen der EU-Flotte in der Zukunft und zur Steigerung der Ressourceneffizienz von Fahrzeugen untersucht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem potenziellen Beitrag der Wiederaufbereitung von Fahrzeugen.

Die am Projekt beteiligten Stakeholder und die verfügbaren Daten aus der Literatur stellen den ersten Schritt dar, um das Wissen über die Wiederaufbereitung von Fahrzeugen in Europa zu erweitern und Wissenslücken entlang der Wertschöpfungskette von Fahrzeugen zu identifizieren. Das Fachwissen verschiedener JRC-Einheiten wurde zusammengeführt, um sich gleichzeitig auf mehrere Aspekte im Zusammenhang mit der Mobilität zu konzentrieren, z. B. auf die Umweltauswirkungen und die zukünftige Mobilität. Die gesammelten Informationen und Daten wurden verwendet, um den Rahmen für die nachfolgende Umweltbewertung zu schaffen, insbesondere um die wichtigsten Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Fahrzeugen in Europa und die (bestehenden oder potenziell in Zukunft verfügbaren) Verbindungen zwischen diesen Prozessen zu identifizieren.

Die Projektionen der EU-Flotte wurden durch die Anwendung eines neuronalen Netzwerks entwickelt, das gleichzeitig mehrere Aspekte berücksichtigt, die die Einführung neuer Technologien beeinflussen. Die Umweltbewertung, die sowohl die Bewertung der Umweltauswirkungen als auch die Abschätzung der Bestände und Ströme von Produkten/Materialien umfasste, wurde auf der Grundlage der ersten Schritte des Projekts entwickelt; zu diesem Zweck wurden die Bewertungswerkzeuge Life Cycle Assessment (LCA) und Materials Flow Analysis (MFA) eingesetzt. Nach den bisherigen Erfahrungen wurden solche Werkzeuge integriert, um ein breiteres Verständnis der potenziellen Auswirkungen der Wiederaufbereitung von Fahrzeugen/Komponenten zu erhalten.

Eine grafische Benutzeroberfläche (das SMART-Tool) wurde entwickelt, um die Visualisierung der Ergebnisse der Bewertung zu erleichtern und einen Überblick über die Umweltauswirkungen verschiedener Szenarien entsprechend den Interessen der Benutzer zu geben. In den entwickelten Bewertungsrahmen wurden Parameter aufgenommen, um die Modelle flexibel und aktualisierbar zu machen, basierend auf verfügbaren Eingaben und Forschungsfragen.

Potenzielle Vorteile für die Umwelt

Die entwickelte Arbeit bestätigte, wie wichtig es ist, einen Lebenszyklus- und mehrdimensionalen Ansatz zu verfolgen, insbesondere für Sektoren/Produkte, die einer schnellen technologischen Entwicklung unterliegen. Die Ergebnisse des SMART-Projekts unterstrichen, dass die Wiederaufbereitung potenziell Vorteile für die Umwelt mit sich bringt, vor allem in Bezug auf die Rückführung von Materialien innerhalb der EU, aber eine solche Strategie der Ressourceneffizienz sollte durch Ad-hoc-Maßnahmen unterstützt werden, z. B. durch Anreize für die Akzeptanz und die Übernahme von wiederaufbereiteten Produkten und einen angemessenen Rechtsrahmen. Das in Europa bereits entwickelte Fachwissen über die Wiederaufbereitung und das Design von Produkten (einschließlich EoL-Strategien) sind wichtige Aspekte, die sich aus der Analyse ergeben. Weitere wichtige Faktoren, die zur Entwicklung von Remanufacturing im EU-Automobilsektor beitragen, sind: Entwurf von Geschäftsmodellen, in denen Remanufacturing enthalten ist, Digitalisierung und Automatisierung von Remanufacturing-Prozessen.

Die Komplexität des Themas, z. B. aufgrund der Koexistenz von Akteuren auf der ganzen Welt, der Komplexität der Produkte, der entstehenden und wettbewerbsfähigen Märkte, der schnellen theologischen Entwicklung usw., erfordert die synergetische Berücksichtigung verschiedener Aspekte bei der Abschätzung der zukünftigen Flotte und der Frage, wie EoL-Strategien quantitativ zur Verbesserung der Ressourceneffizienz der EU-Flotte beitragen können. Das Sammeln von Informationen von industriellen Interessenvertretern, die Verbesserung der Qualität und des Detaillierungsgrads der Eingabedaten (z. B. Stücklisten, Rohstoffbeschaffung, Sammlung und EoL-Behandlungen) für die Umweltanalyse, die Berücksichtigung der Erwartungen/Verhaltensweisen der Verbraucher und die Integration von methodischen Werkzeugen sind einige der identifizierten Aspekte, die in zukünftigen Studien weiter erforscht werden müssen.

Studie: Bobba S., Marques dos Santos F., Maury T., Tecchio P., Mehn D., Weiland F., Pekar F, Mathieux F. and Ardente F., Sustainable use of Materials through Automotive Remanufacturing to boost resource efficiency in the road Transport system (SMART), EUR 30567 EN, Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2021, ISBN 978-92-76-28645-5, doi:10.2760/84767, JRC123261. Quelle: EU / JRC / SMART

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