Wie eine automatische Teilebestellung realisiert wird

Veröffentlicht am 08.03.2021

Welche Rolle spielen Daten zur Vorbestellung von Ersatzteilen? Wie wirkt sich die Digitalisierung auf den Independent Aftermarket aus? Sind Nachfrage-Vorhersagen bzw. „predictive demand“ überhaupt möglich? Das sind nur einige Fragen die beantworten werden müssen um eine automatische Teilebestellung zu realisieren. Das stimmt aber nicht ganz. Die Vorbestellung-Quote könnte heute schon gesteigert werden.

Wie die Digitalisierung den Independent Aftermarket schon optimiert hat

Zugegeben, der gesamte Aftermarket hat bereits von der Digitalisierung profitiert: Angefangen von Katalogsystem hin zur vereinfachten identifizieren von Fahrzeugen via FIN. Auch Diagnose und Reparaturinformationssystem erleichtern den Werkstattalltag. In einigen Fälle berechnen automatische System sogar schon die Routenplanung bei der Ersatzteilauslieferung beim Teilehändler. Und zeigen Optimierungen für logistische Effizienzen und Genauigkeit. Dies ist eine gute Basis um die Digitalisierung im Independent Aftermarket weiter voranzutreiben.

In Zukunft erfolgt eine automatische Teilebestellung

Die neue Herausforderung im Aftermarket ist es, eine weitere Integration zwischen Werkstätten, Produzenten, Teilehändler und dem Fahrzeug voranzutreiben. Die Neuwagen generieren jetzt schon unzählige Daten. Es gilt demnach, diese Informationen zunehmend in Echtzeit zu nutzen um mögliche Wartungen und/oder Reparaturen zu identifizieren. Damit nicht genug. Mit diesen Informationen kann die Arbeit auch entsprechend in der Werkstatt geplant werden bzw. durch die Kommunikation mit dem Autofahrer oder Besitzer ein Werkstatttermin vereinbart werden. Werkstätten können den Fehlercode in Zukunft schon im Vorfeld auslesen. Und Teilehändler können dann das richtige Teil an den richtigen Ort zum geplanten Kundentermin liefern. Durch digitale self-services im Kundendienst bzw. zur Terminbuchung können auch im Hintergrund die Bestellabläufe in der Werkstatt automatisiert werden. Je früher der Teilebedarf identifiziert werden kann, desto größer ist das Potenzial für die Optimierung der nachfolgenden Prozesse.

Vorbestellungen sind heute schon möglich

Schon heute bestellen freie Werkstätten Ersatzteile ein oder mehrere Tage vorher. Vorausgesetzt, die Techniker wissen ganz genau, was an diesem Fahrzeug gemacht werden soll. Beispielhaft Wartung, Bremse, Filter etc. Die Vorbestell-Quote kann heute auch schon mit gängigen Mitteln gesteigert werden: Durch detaillierte Vorabtelefonate mit dem Kunden oder durch exakte Identifikation des Fahrzugmodells. All das kann optional mit Bilder oder Videos per Smartphone vom Kunden vorab eingesehen werden.

Automatische Teilebestellung durch engere Kooperation

Bereits im Artikel „Wie Teilehändler Kunden für Werkstätten organisieren“ haben wir beschrieben, dass Teilehändler und Werkstätten eine engere Kooperation eingehen sollen. Teilehändler haben die Möglichkeit die Werkstatt in verschiedenen Belangen zu unterstützen. Auch die oben beschriebenen „Vorab-Identifikationen“ und mögliche Fehleranalyse durch Bilder oder Videos vom Kunden könnte der Teilehändler übernehmen. Durch die korrekte Aufnahme der Werkstattleistung und der Terminorganisation wird auch das korrekte Ersatzteil zum vereinbarten Reparaturtermin in die Werkstatt geliefert. Durch ein geschultes Call-Center könnte dies heute schon realisiert werden. Das würde die Werkstatt entlasten und der Teilehändler kann eine konkrete Bestellung einplanen. Dies ist ein weiteres Beispiel, dass im Aftermarket die Werkstatt mit dem Teilehändler enger zusammenarbeiten können um gemeinsam eine Win-Win Situation zu schaffen. Harold / Bild FIS

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