ŠKODA nutzt Bosch’s Falschfahrerwarnung

Veröffentlicht am 16.02.2021

„Achtung, Ihnen kommt ein Falschfahrer entgegen!“ Jeder kennt diese Warnungen, von denen rund 2.000 jedes Jahr allein in Deutschland über den Verkehrsfunk gesendet werden. Geisterfahrten führen häufig zu schwerwiegenden Situationen, schweren Unfällen und sogar zu tödlichen Folgen. Mit seiner cloudbasierten Falschfahrerwarnung hat Bosch eine Lösung entwickelt, die sowohl den Falschfahrer als auch alle gefährdeten Verkehrsteilnehmer in Sekundenschnelle vor der drohenden Gefahr warnt – und das deutlich schneller als der Verkehrsfunk. ŠKODA ist der erste Automobilhersteller der Welt, der die Falschfahrerwarnung von Bosch verwendet. Dank einer neuen Infotainment-App erhalten Autofahrer die lebensrettende Warnung damit direkt über das Display im Fahrzeug-Cockpit.

„Unser Ziel ist es, die Warnung vor Falschfahrern in jedes Auto zu bringen – getreu unserem Motto „Technik fürs Leben“. Denn jeder Tote und jeder Verletzte, der durch Falschfahrer zu Schaden kommt, ist einer zu viel“, sagt Dr. Mathias Pillin, Vorsitzender des Bereichsvorstandes des neuen Geschäftsbereichs Cross-Domain Computing Solutions von Bosch.

ŠKODA bietet seine Traffication-App mit der Bosch-Falschfahrerwarnung ab dem ersten Quartal 2021 in zahlreichen Modellen wie dem ŠKODA SUPERB, SCALA, KAMIQ, KAROQ und KODIAQ an. Weitere Fahrzeugmodelle sollen noch 2021 folgen.

„Die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen, ist ein wichtiges Ziel für ŠKODA. Mit unserer neuen Traffication-App mit Falschfahrerwarnung kommen wir diesem Ziel wieder ein Stück näher“, sagt Michal Vondra, Produktmanager für die Traffication-App bei ŠKODA.

Unvorhersehbare Gefahr durch Falschfahrer

Von Falschfahrern verursachte Unfälle passieren zum Glück selten, aber wenn sie passieren, dann meist mit schwerwiegenden Folgen. Die Warnung vor der unvorhersehbaren Gefahr über den Verkehrsfunk erfolgt jedoch meist zu spät, denn jede dritte Geisterfahrt endet bereits nach 500 Metern – und das schlimmstenfalls tödlich. Beide Unternehmen hoffen, das Cloud-basierte Warnsystem von Bosch direkt in den Hauptmotor von ŠKODA-Fahrzeugen einbauen zu können, um die Zahl der durch Fehlfahrten verursachten Unfälle weiter zu verringern. Nähert sich ein Fahrzeug einer Autobahnauffahrt oder -abfahrt, sendet das System automatisch die aktuelle GPS-Position anonymisiert an eine Cloud. Im Cloud-Backend von Bosch wird nun die aktuelle Bewegung des Fahrzeugs mit der erlaubten Fahrtrichtung verglichen. Bei unzulässigen Abweichungen wird der Fahrer mit einem Warnhinweis im Display auf seine Falschfahrt aufmerksam gemacht. Der Clou: Die Warnung erfolgt innerhalb von wenigen Sekunden und damit in den allermeisten Fällen noch bevor der Fahrer auf die Autobahn auffährt. Zudem planen Bosch und ŠKODA, die Warnung zudem unverzüglich an alle entgegenkommenden vernetzten Verkehrsteilnehmer im Gefahrenbereich weiterzugeben.

„Je mehr Fahrzeuge mit der Falschfahrerwarnung von Bosch vernetzt sind, desto engmaschiger ist das unsichtbare Sicherheitsnetz“, sagt Pillin.

Mit Verlassen des Auf- oder Abfahrfahrbereichs von Autobahnen wird der Datenaustausch zwischen Fahrzeug und Cloud übrigens wieder unterbrochen. Neben dem Serienstart der Falschfahrerwarnung bei ŠKODA führt Bosch Gespräche mit weiteren Automobilherstellern, um immer mehr Fahrzeuge mit der Funktion auszustatten.

25 App-Partner in 20 Ländern

Die cloudbasierte Falschfahrerwarnung von Bosch gibt es bereits seit 2018 als Smartphone-App und wird inzwischen von 25 App-Partnern in Europa eingesetzt. Damit steht sie insgesamt 26 Millionen Nutzern zur Verfügung. Ein Software-Modul wird dafür in die Smartphone-Apps von Radiosendern, Streaming-, Navigations- und Nachrichtenanbietern integriert. Die anonymisierten GPS-Daten werden in diesem Fall via Smartphone an die Cloud gesendet und im Backend von Bosch analysiert. Die Warnung erfolgt via Smartphone-Display sowie einem akustischen Hinweis. Rund 2,5 Millionen Nutzer (Unique Active Users) in Europa nutzen die Falschfahrerwarnung von Bosch pro Monat bereits aktiv, darunter Menschen in Spanien, Frankreich, Schweden, Norwegen, Polen, Italien und Großbritannien. Zudem sollen noch in diesem Jahr mit den USA und Kanada erste Länder außerhalb Europas und damit weitere Nutzer hinzukommen. Aktuell wertet das Cloud-Backend von Bosch übrigens über 4,5 Millionen Fahrten auf die Gefahr eines Falschfahrers hin aus – und das täglich. Quelle: Bosch

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