Daimler Buses weitet 3D-Druck aus

Bei der innovativen 3D-Druck-Technologie profitiert Daimler Buses von der über 25-jährigen Erfahrung im 3D-Druck-Protoypenbau, die nun auf die Serienproduktion und deren hohen Qualitätsansprüche übertragen wurde. Mit dem 3D-Druck kann die Bussparte im Daimler-Konzern schnell, flexibel, wirtschaftlich und umweltfreundlich auf dringende Kundenbedarfe reagieren, so beispielsweise bei selten benötigten Teilen oder Kundensonderwünschen. Darunter fallen Abdeckungen und Griffe bis hin zu diversen individuellen Haltern. Und das jederzeit in Original-Qualität und zu günstigen Produktions­kosten: Die 3D-Teile entsprechen den von der Daimler AG vorgegebenen Spritzguss- und Tiefzieh-Produktionsstandards. Statt mehrere Monate dauert die Produktion und Auslieferung eines 3D-Druckteils nur ein paar Tage. Zudem entsteht durch diese Fertigungstechnologie deutlich weniger Abfall, und das nicht verwendete Material kann für den nächsten 3D-Druck sofort weiterverwendet werden. Im Einsatz sind heute bereits komplexe, nicht sicherheitsrelevante 3D-Druck-Bauteile im Omnibus-Innenraum, die sich bislang als Tiefziehteile aus mehreren Einzelkomponenten zusammensetzten und das Vorhalten vieler aufwendiger Werkzeuge erforderten. Darüber hinaus werden derzeit vom „Center of Competence 3D-Printing“ mehr als 300.000 aktuelle Omnibus-Ersatzteile eingehend auf ihre Eignung als 3D-Druckteile untersucht – rund 200 davon sind bereits für den 3D-Druck identifiziert worden. Bisher wurden die entsprechenden 3D-Teile von externen Dienstleistern nach spezifizierten Qualitätsvorgaben produziert.

3D-Druck direkt vor Ort

Im nächsten Schritt möchte Daimler Buses das Geschäftsmodell konsequent weiter ausbauen mit dem Ziel, die in Eigenfertigung produzierten 3D- Ersatzteile zukünftig direkt vor Ort für den Kunden zu drucken. Ziel ist, die Wert­schöpfungskette der einzelnen Produktionsbereiche umzugestalten und hieraus ein neues Geschäftsmodell abzuleiten. Hierzu zählen neben verschiedenen notwendigen Digitalisierungsschritten die Einführung von großserientauglichen Freigabeprozessen und zahlreichen Produkttests, bis hin zum Aufbau eines „digitalen Lagers“ mit umfangreichen 3D-Druckdaten, die dann über das Omniplus On Portal im Bereich „commerce“ erworben und abgerufen werden können. Statt einfach wie bisher Ersatzteile zu kaufen, erwirbt der Kunde hier eine Drucklizenz, die er dann von den hochwertigen Druckern in den Omniplus Druckzentren umsetzen lassen kann.

Zudem arbeitet das für das Projekt zuständige „Center of Competence“ daran, die zumeist pulverförmigen Ausgangsmaterialien für den Druck weiter zu optimieren, so dass diese die Anforderungen zukünftiger gesetzlicher Vorgaben erreichen. Schon heute erfüllen die 3D-Druckteile die verschärfte Richtlinie ECE R 118.03 für feuerfeste Innenraummaterialien innerhalb der Personenbeförderung vollumfänglich und bieten alle notwendigen Zertifikate.

Es können im 3D-Druckverfahren nicht nur Kunststoff-, sondern auch Metall­teile mit den notwendigen Freigaben zur Verwendung in Kraftfahrzeugen gefertigt werden. Diese Druckteile sind teilweise sogar noch stabiler als konventionelle Metallbauteile, da es sich beim 3D-Druck um einen Schweiß­prozess auf mikroskopischer Ebene handelt. Heute lassen sich so theoretisch bereits Schrauben optimiert produzieren, da die Druckteile konzeptbedingt keine unerwünschten Lunker enthalten können und so strukturell noch fester als konventionelle Teile sind. Erste Anwendungen hiervon befinden sich bereits in Erprobung und sind vielversprechend.

Individualiserte Produkte aus dem 3D-Drucker Mitte 2020

Geplant wird ab Mitte 2020 mit individualisierte Innen­raum Dekorteile aus dem dem 3D-Drucker nach Kundenwunsch als Nachrüstset. Seien es Griffeinleger oder seitliche Abdeckungen für den Reisebussitz, hochwertige Dekorteile für die Klapptische oder auffällige Kundenlogos für den Einstiegsbereich – diese Teile können mit eigenen Dekors und Grafiken gestaltet und in unterschied­lichen Oberflächen, z. B. genarbt, glatt oder weitere Alternativen, bestellt werden.

Die Abwicklung erfolgt zukünftig über den Omniplus eShop im On Portal, wo die Customizing-Daten direkt hochgeladen werden können. Die Teile können dann vom Kunden ganz einfach selbst getauscht werden. So werden die Vorteile der neuen 3D-Druck-Technologie ganz konkret greifbar.

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