Ersatzteilkatalog: Make or buy?

Make or Buy Entscheidung beim Ersatzteilkatalog für Teilehändler

Der Großteil der Europäischen Teilehändler nutzen Teilekataloge von spezialisierten Kataloganbietern. Die Kataloganbieter erstellen Ersatzteilkataloge oder sogenannte E-Catalogues greifen auf die Ersatzteil-Informationen von Data-Publisher zu und verlinken diese mit den Informationen und Angeben des Auftraggebers bzw. des Teilehändlers. Diese Ersatzteilkatalog- wie auch Daten-Kompetenz wurde somit von den Teilhändlern auf die Kataloganbieter ausgelagert mit dem Vorwand, den Prozess des Datenmanagement für den Vertrieb und somit auch der Teileidentifikation effizienter zu gestalten.

Um eine noch korrekte Teileidentifikation zu gewährleisten, ergänzen einige fortgeschrittener Kataloganbieter ihre Datenbank mit zusätzlichen Informationen von der Zulieferindustrie, spezialisierten Data-Publisher und Workflow-Spezialisten. Die führenden Data-Publisher und Kataloganbieter haben hart daran gearbeitet, ihre Datenbankarchitekturen zu verbessern, um zusätzlichen Informationsquellen zu kombinieren, die alle darauf abzielen, die Datengenauigkeit und den Prozess der Teileidentifikation zu verbessern.

In einer Studie der Forschungs- und Strategieorganisation ICDP, sind sich Teilehändler einig, dass die zunehmende Vielfalt und Komplexität der Fahrzeuge oft die Funktionalität der Ersatzteilkatalogen übersteigen.

Kein Alleinstellungsmerkmale in der Teileidentifkation bei Ersatzteilkatalogen

Wenn zwei große Teilehändler ihren digitalen Ersatzteilkatalog von demselben Lieferanten beziehen, haben auch beide Teilehändler die gleiche Qualität bei der Ersatzteilidentifikation. Dies würde aus Kundensicht keinen unterschied machen und entsprechend gibt es kein Alleinstellungsmerkmal bei der Teileidentifikation über den Katalog, da beide Kataloge auf die gleichen zugrundeliegenden Datenbanken zugriefen.

Dies wirft eine wichtige Frage auf: Müsste die digitale Ersatzteilkompetenz bzw. die Datenbankkompetenz zur Identifikation von Ersatzteilen beim Teilehändler liegen?
Bisher haben nur wenige Teilehändler einen Weg gefunden, diese Kompetenz aufzubauen und weiter zu verfolgen. Der Aufbau dieser IT-Kompetenz und der Optimierung der Ersatzteilidentifikation kann zu einem erheblichen Wettbewerbsvorteil führen. Jedoch stehen große Investitionen dem gegenüber.

Daten-Kompetenz beim Teilehändler führt zu vielen Vorteilen

Führungskräfte von Teilehändlern, die einen eigenen Katalog oder zumindest einige Teilbereich in Eigenregie selber entwickelt haben sagen, dass der Prozess der Ersatzteilidentifkation ein Alleinstellungsmerkmal ist und ein wichtiger Kunden-Kontaktpunkt bei der Verwendung eines digitalen Ersatzteilkatalogs.

Die Kontrolle des „Daten-Kompetenz“ führt zu vielen Vorteilen und Möglichkeiten für Teilehändler. Teilehändler mit eigenem Katalogsystem schätzen die eigene Integration ihrer Zusatzinformationen aus den von ihnen gewählten Datenquellen und die Möglichkeit, die Datengenauigkeit dort zu erhöhen wo sie glauben es wichtig ist. Dabei soll der Fahrzeug- und Teileidentifikationsprozess oft genauer sein als bei einem externen Kataloganbieter.

Und schließlich ermöglicht es mit einem fortschrittlichen und verbesserten Katalogsystem eine Verlagerung der Teileidentifikation und Auftragsverantwortung vom Teilehändler auf die Werkstatt. Weitere Teilehändler stehen in regelmäßigem Kontakt mit Data-Publisher und Teileherstellern, um eine kontinuierliche Verbesserung ihres Teilekatalogs zu gewährleisten.

Daten-Kompetenz ist eine spezialisierte Fähigkeit

Für das operative Geschäft haben die Teilhändler mit eigener „Daten-Kompetenz“ die Möglichkeit, Verbesserungsvorschläge sofort umzusetzen. Beispielhaft, wenn sie Datenabgleichsprobleme finden, die eine höhere Rücklaufquote für ein bestimmtes Teil verursachen.

„Daten-Kompetenz“ ist eine detaillierte und spezialisierte Fähigkeit, kundenspezifische Anforderungen, Subsysteme und Spezifikationen zu erstellen. Sie basiert auf einem detaillierten Verständnis der Zusammenhänge zwischen Anwenderanforderungen und Ersatzteilidentifikation. Für eine bestimmte Werkstattgruppe können einige Produktgruppen oder Ersatzteil-Marken im System oder sogar im Katalog gesperrt/entsperrt werden und die Navigation kann angepasst werden. Dies kann verwendet werden, wenn der Teilehändler eine Vereinbarung mit bestimmten Werkstatt-Ketten oder Flottenanbieternn hat, die sich nur auf bestimmte Marken oder Produktgruppen verlassen.

Die Daten-Kompetenz erfordert hohe Investitionen und einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess beim Teilehändler

Make or Buy-Entscheidungen für den Teilekatalog zeigen, wie Manager ihr Alleinstellungsmerkmal definieren. Die „Daten-Kompetenz“ erfordert hohe Investitionen und einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Es gibt viele Vorteile, diese Kompetenz im eigenen Haus zu haben und die Effizienz der Teileidentifikation zu verbessern und sogar auch flexibel für weitere Geschäftsmöglichkeiten zu sein. Dies schafft eine verbesserte Benutzerfreundlichkeit, um den Werkstatt-Kunden an sein fortschrittliches System zu binden.
René Herrmann
Country Manager ICDP

Bild: Pixabay

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