Neuer Geschäftsbereich bei Continental

Powertrain startet in die Eigenständigkeit

  • Organisatorische Neuaufstellung in Rekordzeit abgeschlossen, neues Management-Team seit 1. April 2019 komplett
  • Antriebssparte des Technologieunternehmens heißt künftig Vitesco Technologies
  • Geplanter Teilbörsengang: Startklar voraussichtlich bis Ende des zweiten Halbjahrs. Handelsstart ab 2020 möglich
  • Vitesco Technologies steht unter Management von Andreas Wolf (CEO), Werner Volz (CFO) und Ingo Holstein (CHRO)
  • Neu definierte Geschäftsbereiche werden von Wolfgang Breuer (Engine & Drivetrain Systems), Thomas Stierle (Hybrid & Electric Vehicle) und Klaus Hau (Powertrain Components) geführt
  • Starker Fokus auf elektrifizierten Antrieben, zugleich weitere Optimierung von Verbrennungsmotoren; Ziel: CO2-Emission bis 2030 halbieren

Das Antriebsgeschäft von Continental hat seine Neuaufstellung als erster Bereich innerhalb des Technologieunternehmens erfolgreich abgeschlossen und das Managementteam zum 1. April 2019 komplettiert. Es agiert nun als organisatorisch weitgehend eigenständige Einheit und wird künftig „Vitesco Technologies“ heißen. Die Umstellung auf den neuen Namen ist für die zweite Jahreshälfte 2019 geplant. Das Managementteam des neuen Unternehmens unter Leitung von Andreas Wolf treibt nun die Vorbereitungen für den geplanten Teilbörsengang voran. Voraussichtlich gegen Ende des zweiten Halbjahrs liegen die notwendigen Voraussetzungen vor, um den Kapitalmarkt über weitere Details zu informieren. Nach Abschluss weiterer notwendiger, technischer und regulatorischer Schritte wird das Unternehmen in der Lage sein, den Teilbörsengang abzuschließen. Damit ist je nach Marktlage ab 2020 zu rechnen.

„Wir haben die organisatorische Verselbstständigung von Powertrain in Rekordzeit abgeschlossen. Ein wichtiger Faktor war dabei die Unterstützung der Belegschaft. Das Vertrauen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Strategie des Unternehmens zeigt sich auch darin, dass mehr als 99 Prozent von ihnen in die neue Firma gewechselt sind“, sagt Andreas Wolf. „Der Schritt in Richtung Selbstständigkeit und die Vorbereitung des möglichen Teilbörsengangs sind Ausdruck unserer ausgeprägten Fähigkeit und Bereitschaft zur Veränderung. Beides werden wir als Wettbewerbsvorteil nutzen.“ Denn der Grund für die Verselbstständigung von Powertrain seien die absehbaren schnellen Veränderungen im Antriebsgeschäft, in dem die Marktentwicklung maßgeblich durch politische Vorgaben für Emissionsgrenzwerte bestimmt werde. „Dabei werden die Regulierungen je nach Region in unterschiedlichen Geschwindigkeiten vorangetrieben, was von der Industrie eine hohe Flexibilität erfordert. Die Eigenständigkeit gibt uns mehr unternehmerischen Gestaltungsspielraum, so dass wir auf die vielfältigen Anforderungen schnell und individuell reagieren können“, so Wolf.

Diese Fähigkeit kommt auch im neuen Namen zum Ausdruck: „Vitesco“ – abgeleitet vom lateinischen vita (Leben) – steht für Energie, Schnelligkeit und Agilität. Der Zusatz „Technologies“ untermauert den Anspruch als Anbieter innovativer, wegweisender Technologien, Systeme und Dienste.

Starke Marktposition, ein Technologieführer bei Antriebselektrifizierung

Die Geschäftsfelder des Unternehmens werden kontinuierlich und systematisch weiterentwickelt, um die zukünftigen Anforderungen von Markt und Gesellschaft zu erfüllen, insbesondere im Hinblick auf lokale und globale Emissionsziele. Neben dem Geschäft mit Verbrennungsantrieben betreibt das Unternehmen auch das komplette Zukunftsgeschäft mit Hybrid- und Elektroantrieben sowie alle laufenden Batterieaktivitäten. Das Unternehmen ist bei der Elektrifizierung des Antriebs seit langem ein Technologieführer und als einer der wenigen Systemanbieter in der Lage, eine komplette Elektrifizierung des Antriebsstrangs aus einer Hand zu liefern: vom 48-Volt-System über integrierte Hybridkonzepte in Getriebe und Achse bis zum reinen Elektroantrieb, verbunden mit hocheffizienter Leistungs- und Ladeelektronik sowie einem Batteriemanagementsystem, das durch intelligentes Energie- und Thermomanagement optimiert wird. Zum europäischen „Car of the Year 2019“, dem Jaguar I-PACE, hat das Unternehmen mit seiner innovativen Leistungselektronik ein Schlüsselelement des Elektroantriebs beigesteuert. Die Bedeutung des Unternehmens im Antriebsmarkt zeigt sich zudem am hohen Auftragseingang: Im Jahr 2018 belief er sich auf rund 11 Milliarden Euro, davon entfielen rund 2 Milliarden Euro auf den Bereich der Elektromobilität.

„Wir agieren aus einer starken Position heraus und sind überzeugt, dass wir sie durch die Neuaufstellung noch deutlich ausbauen werden“, sagt Wolf. „Wir haben exzellente Lösungen für ein breites Spektrum von Antriebsarten, wir rechnen für die Zukunft weiterhin mit einem Antriebsmix. Der Schwerpunkt wird zwar auf der Elektrifizierung liegen, die Bandbreite sehen wir aber von elektrifizierten Verbrennern über rein batterieelektrische Antriebe bis zu Brennstoffzellen-Antriebe. Und auch synthetische Kraftstoffe werden eine Rolle spielen.“

Der Grund für diese Vielfalt sei die Verschiedenheit der Märkte und deren unterschiedlich schnelle Entwicklung sowie das sehr individuelle Nutzungsverhalten der Autofahrer weltweit.

„Powertrain sorgt bereits heute dafür, dass konventionelle Antriebe immer sauberer arbeiten. Sowohl bei Benzin- als auch bei Dieselfahrzeugen ermöglichen unsere Technologien eine deutliche Unterschreitung der Grenzwerte“, erläutert Wolf. „Mittelfristig werden wir durch die flächendeckende Unterstützung von Mild- und Vollhybridlösung den Massenverkehr optimieren. Und auch für die langfristig notwendige CO2-freie Mobilität entwickeln wir schon heute die nächste Generation von E-Antrieben und bereiten Technologien für CO2-neutrale Kraftstoffe auf Wasserstoffbasis vor, sei es in der Brennstoffzelle oder als synthetische Kraftstoffe im Motor.“ Im Hinblick auf die Umwelt verfolgen wir ein klares Ziel: „Mit Elektrifizierung und der Optimierung von Verbrennungsmotoren wollen wir dazu beitragen, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2030 zu halbieren“, so Wolf.

Der 58-jährige Manager übernahm im Oktober 2018 die Leitung der Division Powertrain und wurde mit dem Übergang in die neue Gesellschaftsform am 1. Januar 2019 zum leitenden Geschäftsführer und Chief Executive Officer (CEO) des neuen Unternehmens ernannt. Zuvor war Wolf seit 2007 für den Geschäftsbereich Body & Security der Continental-Division Interior verantwortlich, der unter seiner Leitung den Umsatz verdreifachte, die Gewinnschwelle überschritt und dauerhaft attraktive Gewinnmargen erreichte. Auch die beiden anderen Powertrain-Geschäftsführer sind seit langem in Führungspositionen für Continental tätig: Finanzchef Werner Volz (Chief Finance Officer, CFO) leitete seit 2008 den Bereich Finanzen und Controlling der Division Chassis & Safety. Er war maßgeblich an der Restrukturierung der Division während der Finanzkrise 2008/09 sowie am erfolgreichen Wachstumsmanagement des Geschäfts mit Fahrerassistenzsystemen beteiligt. Personalchef Ingo Holstein (Chief Human Relations Officer, CHRO) war seit 2010 Personalleiter der Division Reifen und verfügt über eine umfassende Expertise in der Business-Gestaltung durch Personalarbeit sowie in der Betreuung und Entwicklung von Führungskräften.

Geschäftsbereiche neu strukturiert, zusätzliche Zentralfunktionen

Das neue Unternehmen ist in drei Geschäftsbereiche gegliedert, die wirtschaftlich eigenverantwortlich operieren. Mit dem Ziel ihr Portfolio zu stärken und zugleich ihre Leistungsfähigkeit zu steigern haben sich die beiden Bereiche Engine Systems und Transmission zum neuen Geschäftsbereich „Engine & Drivetrain Systems“ (E&DS) zusammengeschlossen. Dessen Produktspektrum reicht von Motor- und Getriebesteuerungen über Einspritzsysteme und Turbolader bis zur Abgasnachbehandlung. Ebenfalls zusammengeführt wurden die Einheiten Sensors & Actuators und Fuel & Exhaust Management zum neuen Geschäftsbereich Powertrain Components (PTC). Dessen Portfolio beinhaltet Kraftstofffördereinheiten, Katalysatoren und SCR-Dosiersysteme sowie Sensorik und Aktuatorik für alle Fahrzeug- und Antriebsarten. Unverändert geblieben ist der strategische Wachstumsbereich Hybrid & Electric Vehicle (HEV), der alle zentralen Komponenten für die Antriebselektrifizierung in Hybrid- und Elektrofahrzeugen umfasst. Geleitet werden die Geschäftsbereiche von Wolfgang Breuer (E&DS), Klaus Hau (PTC) und Thomas Stierle (HEV).

Strukturelle Veränderungen gibt es ebenso bei den Zentralfunktionen, die bisher zum Teil divisionsübergreifend auf Konzernebene angesiedelt waren. Daher wurden einige der Funktionen im Zuge der Verselbstständigung innerhalb von Powertrain neu geschaffen. Dazu gehört ganz wesentlich der neue Operations-Bereich, der auch die komplette Lieferkette beinhaltet. Er betreut die weltweiten Fertigungsanlagen, die das neue Unternehmen nun eigenständig betreibt. Neu sind zudem ein eigener Vertrieb sowie die Bereiche Informationstechnologie und Qualität & Umwelt.

Das Antriebsgeschäft von Continental zählt alle großen Automobilhersteller zu seinen Kunden. Sie ist mit mehr als 50 Produktions- und Entwicklungsstandorten in allen relevanten Marktregionen vertreten und beschäftigt weltweit über 42.000 Mitarbeiter. Gesteuert wird das Antriebsgeschäft nach wie vor aus der Zentrale in Regensburg.

Die Verselbstständigung sowie der mögliche Teilbörsengang des Antriebgeschäfts ist Teil des umfassenden organisatorischen Umbaus, mit dem Continental auf den tiefgreifenden Wandel in der Automobilindustrie reagiert. Die künftige Continental Group umfasst die drei Unternehmensbereiche Rubber Technologies, Automotive Technologies und Powertrain Technologies.

Quelle: Continental

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