Fünf Fragen an Olaf Henning von MAHLE

Im Interview mit Olaf Henning, Mitglied der MAHLE Konzernleitung und Leiter des Geschäftsbereichs Mahle Aftermarket

MAHLE Aftermarket, der auf Ersatzteile spezialisierte Geschäftsbereich, nutzt das Know-how aus der Serienfertigung der Erstausrüstung für das Produktprogramm im automobilen Aftermarket und beliefert Partner in Handel, Werkstatt und Motorinstandsetzung. Die von der Sparte MAHLE Service Solutions entwickelten Produkte für die Werkstattausrüstung sowie umfassende Services und individuelle Schulungsangebote ergänzen das Angebot. Olaf Henning hat zum 1. Juli 2014 die Position des Geschäftsführers bei der MAHLE Aftermarket GmbH übernommen und ist damit zuständig für den Aftermarket weltweit. Gleichzeitig ist er Mitglied der MAHLE Konzernleitung. Olaf Henning verfügt über 20 Jahre Managementerfahrung im Ersatzteilgeschäft führender Automobilzulieferer. Als gelernter Kfz-Meister und DiplomIngenieur ist er seit über 31 Jahren im automobilen Aftermarket tätig.

1. Was unterscheidet den deutschen Aftermarket von anderen europäischen Märkten? Gibt es Besonderheiten?

Der deutsche Aftermarket ist geprägt von einer ausgeprägten Großhandelspräsenz und starkem Wettbewerbsdruck. Gleichzeitig ist er aber auch der größte Europas, birgt also viel Potenzial. Ein weiteres Charakteristikum des deutschen Marktes ist ein extrem hohes Kompetenzlevel in den Werkstätten, bedingt durch das duale deutsche Ausbildungssystem. Das führt zu einem hohen Qualitätsbewusstsein und damit auch zu einem hohen Anspruch an Ersatzteile und Servicelösungen. Das spielt uns in die Karten, da wir unsere gesamte Erfahrung als OE-Anbieter in den Aftermarket einbringen und so, zu wettbewerbsfähigen Preisen, Premiumprodukte und -lösungen anbieten können.

2. Wie unterstützen Sie Ihre Teilehändler im täglichen Geschäft?

Indem wir eng mit ihnen in Kontakt bleiben, ihre Sorgen und Nöte verstehen und sie gezielt stärken. Für eine hohe Beratungsqualität sorgen unser Außendienst und unser technischer Support. Wir sehen uns jedoch, darüber hinaus, als Lösungsanbieter für die Werkstatt und schauen auch auf die internen Abläufe unserer Kunden. So reduzieren wir zum Beispiel gezielt die Anzahl der Rücksendungen falscher oder überschüssig bestellter Teile durch die Werkstätten auf Kosten der Händler, indem wir an den verschiedensten Stellen ansetzen um die genaue und einfache Identifikation von Fahrzeug und benötigtem Bauteil sicherstellen.

3. Wieso haben Sie einen Online-Katalog auf Ihrer Website? Wer nutzt diesen bzw. wie wird dieser genutzt?

Den Onlinekatalog verstehen wir als ergänzendes Angebot. Hier können sich die Werkstätten vorab informieren, um eine zielgerichtete Anfrage zu formulieren. Damit unterstützen wir eine rasche und effiziente Abwicklung des Auftrags bei unseren Händlern und ersparen diesen unnötige Kosten für Arbeitszeit und Logistik.

4. Wie stellen Sie sich die Werkstatt der Zukunft vor? Wie bestellt die Werkstatt in der Zukunft ihre Ersatzteile?

Zunehmend digital, der Anteil an Bestellungen z.B. über Call Center wird sich weiter verringern. Wir sehen zudem eine Verlagerung des Informationsflusses in Richtung des Fahrzeugs. Perspektivisch wird es dann so sein, dass bereits alle notwendigen Teile in der Werkstatt liegen wenn der Kunde eintrifft.

5. Welche Erwartungshaltung haben Sie durch die Akquisition der Mehrheitsanteile von Brain Bee?

Durch die Akquisition wollen und werden wir weiter unsere Position als Lösungsanbieter, auch im Bereich Alternativer Antriebe, stärken. Die Zusammenführung der Expertise von MAHLE und des Know-hows von BrainBee bildet dabei eine starke Basis, auf der wir Produkte und Services aufbauen und weiterentwickeln.

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