GVA für ein vereintes Europa

Gesamtverband-Autoteile-Handel

Geist der Römischen Verträge sollte weiterhin das Handeln der EU-Politik leiten

„In dem Bewusstsein der Verantwortung, die sie für die Zukunft Europas übernehmen, indem sie ihre Märkte vereinigen, ihre Volkswirtschaften einander annähern und auf diesem Gebiet die Grundsätze und Einzelheiten einer gemeinsamen Politik festlegen [..] erklären sie sich bereit [..] Abkommen zu schließen, um diese im gemeinsamen Interesse liegenden Ziele zu erreichen und die harmonische Entwicklung des gesamten Handelsverkehrs zu gewährleisten.“ Diese Erklärung wurde vor sechzig Jahren dem Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) vorangestellt,der ganz wesentlich die weitere Entwicklung Europas prägen und das Zusammenwachsen in eine Union bestimmen sollte. Bereits ein Jahr zuvor hatten sich die Verbände des freien Kfz-Teilehandels in Europa zum Dachverband FIGIEFA zusammengeschlossen, in der Erkenntnis, dass die Nutzung der Kraftfahrzeuge nicht durch nationale Grenzen beschränkt ist und deshalb auch für gleiche Wettbewerbsbedingungen auf dem Kfz-Servicemarkt in ganz Europa gesorgt werden muss.

Bis heute ist dies die Mission der FIGIEFA. GVA- und FIGIEFA-Präsident Hartmut Röhl nutzt das Jubiläum für einen Aufruf: „Der in den Römischen Verträgen formulierte Geist hat nicht an Relevanz verloren, seien es Themen in den Einzelstaaten der EU oder Herausforderungen an den Kontinent als Ganzes: Die Zusammenarbeit und der Zusammenhalt der Staaten in einem vereinten, starken Europa werden angesichts vielschichtiger politischer sowie wirtschaftlicher Konflikte, Bedrohungen aber andererseits auch für die Nutzung der sich bietenden Chancen mehr denn je gebraucht!“ Ausgewogener Handelsverkehr, redlicher Wettbewerb, eine gemeinsame Handelspolitik, die Angleichung innerstaatlicher Rechtsvorschriften sowie freier Personen-, Dienstleistungs-, Kapital- und Warenverkehr sind wesentliche Bausteine der Römischen Verträge, die später als zentrale Grundsätze sowohl in die EG als auch in die EU eingeflossen sind. „Gerade in Zeiten, in denen sich die EU bzw. ihre Institutionen verschiedentlich der Kritik ausgesetzt sehen, abgehoben von den Menschen zu agieren, gilt es, eine Lanze für Europa zu brechen.“, sagt GVA-Präsident Hartmut Röhl und weiter: „Tatsächlich gäbe es viele Regeln, die positiv für den Wettbewerb und die Verbraucher sind, ohne die europäischen Institutionen nicht – es würde stattdessen ein nationales Kleinklein von Partikularinteressen dominieren, dass gerade für den Wirtschaftsstandort Deutschland Nachteile brächte. In unserer Branche, dem Kfz-Ersatzteil- und Servicemarkt, wo der freie Wettbewerb permanent durch ein starkes Monopolstreben der Fahrzeughersteller bedroht wird, gilt das besonders.“ Viele europäische Verordnungen und Richtlinien betreffen gerade den Kfz-Servicemarkt.

Ohne diese, z.B. die Gruppenfreistellungsverordnungen oder die Typzulassungsverordnungen, wäre dieser Markt der Monopolisierung durch die Fahrzeughersteller ausgeliefert. Aspekte und Folgen der fortschreitenden Digitalisierung der Automobilwirtschaft sind die neuen Herausforderungen, die europäische gesetzliche Regelungen erfordern. Fahrzeughersteller haben etwa in der Vernetzung der Fahrzeuge ein Instrument erkannt, unabhängige Marktteilnehmer wie den freien Teilehandel, Anbieter technischer Informationen, Pannendienste oder Reparaturbetriebe von der Teilnahme am Wettbewerb auszuschließen. So verweigern Fahrzeughersteller ihnen den notwendigen Zugang zu den vernetzungsrelevanten Schnittstellen im Fahrzeug. Ohne den Zugang zu fahrzeuggenerierten
Echtzeitdaten werden unabhängige Marktteilnehmer aber daran gehindert, eigene, innovative Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Unternehmen mit vielen zehntausend Arbeitsplätzen allein
in Deutschland würde im Digitalzeitalter so die geschäftliche Basis genommen. GVA-Präsident Hartmut Röhl unterstreicht daher: „Der Wettbewerb, die Verbraucher sowie kleine und mittelständische Unternehmen waren in der Vergangenheit, sind in der Gegenwart und werden auch in der Zukunft auf ein vereintes Europa mit starken Institutionen angewiesen sein, das sich auf sein konstitutives Erbe aus den Römischen Verträgen besinnt. Die Herausforderungen in Zeiten der Globalisierung und der Digitalisierung sind zu groß, als dass man ihnen auf Ebene von einzelnen Staaten erfolgreich begegnen könnte.“

Quelle: GVA

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