Zunehmender Preisdruck im Aftermarket

Zunehmender Preisdruck im deutschen Aftermarket

Die deutschen Autofahrer werden zunehmend zurückhaltender was die Ausgaben für ihren PKW betrifft. Das Auto war bisher „des Deutschen liebstes Kind“, doch wird es nun immer mehr zum Gebrauchsgegenstand degradiert?

Wie die jährlich durchgeführte Studie mit 3000 Autofahrern der Firmen m-result und GiPA zeigt, sind Werkstattbesuche, die der Fahrzeuginstandhaltung dienen seit 2012 rückläufig.
Durch diverse Online-Plattformen steigen zudem die Vergleichsmöglichkeiten für die Autofahrer, sowohl bezüglich der Teilepreise als auch der Serviceleistungen. Bereits 17% der Autofahrer nutzen das Internet, um Teilepreise zu vergleichen.

Besonders die freien Werkstätten profitieren von der zunehmenden Preissensibilität der Autofahrer. Immer mehr Fahrer wechseln zu ihnen und ihr Marktanteil steigt im Vergleich zu den Vertragswerkstätten in den letzten Jahren stetig. Durch die hohe Preistransparenz entsteht ein zunehmender Preisdruck auf die Werkstätten, der als Folge auch bei den Teilherstellern ankommt.

Die Preispositionierung rückt im freien Ersatzteilmarkt immer mehr in den Fokus, denn um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, müssen von den Zulieferern sowohl die unverbindlichen Bruttopreise der Automobilhersteller, als auch die Preise der Wettbewerber bei der eigenen Preisgestaltung berücksichtigt werden. Die unterschiedlichen Rabattpreissysteme auf den verschiedenen Distributionsstufen vom Teilehersteller zum Großhändler und von dort wiederum zur Freien Werkstatt (IAM) machen die Preisgestaltung ebenfalls komplizierter.

Unter den Wettbewerbern im Ersatzteilemarkt gibt es teilweise hohe Preisunterschiede, die sich bei einem allerdings unzulässigen direkten Vergleich ergeben. Zwei wichtige Faktoren sind hierbei die Art und die Qualitätsstufe eines Teils. Grundsätzlich sind die Preisspannen bei Karosserieteilen beispielsweise deutlich geringer als bei Wartungs- und Verschleißteilen. Werkstätten verlassen sich bei Karosserieteilen zumeist auf die OE Qualität, da die OE Produkte weniger Aufwand beim Einbau verursachen. Bei Verschleißteilen wie z.B. Bremsbelägen ist es durchaus nicht selten, dass man für das gleiche Produkt eine Preisdifferenz von über 40% beobachten kann. Weiterhin können sich auch über die Qualitätsstufen sogenannte Premium Produkte oft preislich deutlich von Low Cost Produkten abheben.

Zudem werden immer mehr Wiederaufbereitete Teile angeboten. Um verwertbare Informationen zu erhalten, die einen Vergleich der einzelnen Komponenten zulassen, greifen sowohl Automobilhersteller als auch Komponentenhersteller mittlerweile vermehrt auf Preisstudien zurück. Ein häufig verwendeter Ansatz, um verlässliche Informationen zu erhalten, stellt hierbei unter anderem das Mystery Shopping dar. Das Bestreben vieler Hersteller nach Harmonisierung der Preislisten ist noch längst nicht abgeschlossen, es ist notwendig in diesem Bereich Nischen aufzudecken und den eigenen Spielraum in der Preisgestaltung genau abzugrenzen.

Hintergrund m-result

Die m-result GmbH ist ein auf Marktforschung und Beratung spezialisiertes Unternehmen mit Büros in Mainz und Zagreb. Das Unternehmen mit den Schwerpunkten Automobil und Technologie wurde im Jahr 2000 gegründet. Die GiPA sa ist ein internationales Marktforschungsunternehmen, das auf Aftersales Studien der Bereiche Automobil, Zweiräder und Lastkraftwagen spezialisiert ist. Das Unternehmen wurde 1986 in Frankreich gegründet. 2015 nutzten mehr als 100 Unternehmen GiPA Studien aus 30 Ländern.
Mit der GiPA Autofahrerstudie und der Werkstattstudie führt die m-result GmbH jährlich zwei repräsentative Befragungen durch, die weitreichende Informationen zum Aftermarket liefern, zusätzlich Runden unter anderem Preisstudien das Portfolio in diesem Bereich ab.

Quelle: M-Result

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