GVA fordert Zugang zu Daten im Fahrzeug Teilehandel

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Fahrzeugvernetzung: GVA mahnt richtige Weichenstellung an

Der Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA) e.V. reagiert auf den neusten Vorschlag zum Zugang zu Fahrzugdaten der Verbände ACEA (Europäische Vertretung der Fahrzeughersteller) und CLEPA (Europäische Vertretung der Fahrzeugzulieferer). Darin erklärt ACEA und CLEPA ihr Vorhaben bezüglich dem Datenzugangs und Datenverkehr mit Fahrzeugen. Der GVA mahnt diesen Plan an. Aus der Perspektive des GVA ist der geäußerte ACEA/CLEPA Plan, Marktteilnehmern des unabhängigen Marktes in der Wettbewerbsfähigkeit massive einzuschränken. Dies beeinflusst die Wahlfreiheit des Autofahrers, wo und mit welchen Teilen er sein das Fahrzeug reparieren lässt.

Ohne Zugang zu den Daten im Fahrzeug keine Wahlfreiheit und kein Wettbewerb

Die neue Modelle der Fahrzeughersteller haben schon aktuell die technischen Voraussetzung, um entsprechend gesammelte Daten drahtlos zu übertragen und diese beispielhaft für Wartung und Reparatur brauchbar zu analysieren und zu nutzen.

Ab April 2018 müssen Fahrzeughersteller ihre neuen Fahrzeuge dem elektronischen Notruf eCall ausstatten. Dies wird einen erheblichen Sprung im Anteil der vernetzten Fahrzeuge fürhen.  Somit benötigen Unternehmen, die auch weiterhin Ersatzteile und Dienstleistungen im Aftermarket anbieten wollen, entsprechend  Zugang zu diesen Fahrzeugdaten.

Denn in Zukunft wird es üblich sein dem Autofahrer, bei auftretendem Schaden oder Wartungstermin zeitnah ein Angebot zu unterbreiten. Und nur wer aus dem Fahrzeug Informationen zum Beispiel über einen Schaden oder eine anstehende Wartung erhält, kann eine Angebot unterbreiten.

Vereinzelt gibt es im Markt Vernetzungslösungen die aber nur auf die entsprechende Fahrzeugmarke bzw. Fahrzeughersteller ausgerichtet sind. In dem von den OEM Ansatz des so genannten „Extended Vehicle“ würde deren Datenmonopol zementiert. Fahrzeughersteller schlagen vor, Daten aus dem Fahrzeug sollen an den Server des jeweiligen Fahrzeugherstellers gesendet werden, von dem sie dann vom OEM auf der Grundlage eines Vertrags über einen neutralen Server unabhängigen Marktteilnehmern zur Verfügung gestellt werden könnten. Dabei sollen die freien Werkstätten, Teilehändler, Versicherunge oder Automobilclubs zählen.

Aus Sicht von GVA-Präsident Hartmut Röhl keine akzeptable Lösung: „Die Fahrzeughersteller erhalten damit die vollständige Kontrolle über die Daten, sie allein entscheiden, welche Daten die Konkurrenz vom freien Markt in welcher Form und wann zur Verfügung gestellt bekommt. Die GVA-Mitglieder wollen aber unabhängige Unternehmen sein und bleiben. Sie wollen ihre Geschäftsmodelle nicht abhängig machen von Informationen oder Daten, die ihnen die Automobilhersteller möglicherweise unter bestimmten Bedingungen zugänglich machen.“

Um den freien Wettbewerb zwischen allen Parteien zu gewährleisten, bedarf es aus Sicht des GVA einen direkten Zugangs zu dem vom Fahrzeug generierten Daten. Des Weiteren ist es wichtig, dass die OEM keine Möglichkeit haben, die Unternehmen des freien Aftermarket und deren Produkte und Serviceleistungen zu überwachen und zu analysieren.

Darüber hinaus ist es entscheidend, dass auch unabhängige Marktteilnehmer die gleiche Chance wie die Fahrzeughersteller haben, Ihre Produkte oder Dienstleistungen auf dem Display des Armaturenbretts zu präsentieren.

Quelle: GVA

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