ICDP: Eric le Gendre ist neuer Vorsitzender Dienstleistung, Meinungen

Eric le Gendre Vorsitzender ICDP

Eric le Gendre ist neuer Vorsitzender bei ICDP (International Car Distribution Programme). Le Gendre folgt nach 14 Jahren auf Prof. Dr. Hans Gerhard-Seeba, der im September sein Amt als Vorsitzender bei ICDP niedergelegt hat.

Im Laufe seiner Karriere hatte Le Gendre (siehe Bild) zahlreiche hohe Positionen in der Automobilbranche inne. Er bringt einen umfangreichen Erfahrungsschatz und zahlreiche Kontakte mit zu ICDP und spricht darüber hinaus fließend Französisch, Englisch und Deutsch.

In den letzten 20 Jahren stand Le Gendre bereits in vielerlei Hinsicht mit ICDP in Verbindung: Anfangs war er der zentrale Ansprechpartner bei Peugeot und half, die Bekanntschaft von ICDP bei den französischen Herstellern zu steigern. Im Zuge dessen war er Teil unseres Strategie-Gremiums und stand unserem Team beratend zur Seite.

Von Peugeot wechselte Le Gendre zu Seat (VW Konzern), wo er als Direktor für den weltweiten Export zuständig war, bevor er sich anschließend als Berater für Verkauf und Marketing, CRM, operative Strategien, Distribution, Netzwerke, Multi-Channel etc. spezialisierte.

Des Weiteren betätigt sich Le Gendre als Mentor bei den EDHEC Business-School-Alumnis und unterrichtet Masterkurse im Bereich Marketing an der ESSEC Business School.

 

Eric Le Gendre: Langzeitperspektive des Automobilvertriebs

1994 – 2014 – 2034 Der Automobilvertrieb in der Langzeitperspektive: 20 Jahre zurück und 20 Jahre voraus

Ich bin sehr froh und stolz, die Aufgabe des Vorsitzenden bei ICDP (International Car Distribution Programme) zu übernehmen, besonders weil ich das Programm seit seinen Anfängen vor rund 20 Jahren kenne und es immer gerne unterstützt habe. Zurückblickend hat sich viel getan in dieser Zeit: Konsumdruck, Konjunkturschwäche, neue Wettbewerber und nicht zuletzt all die neuen Technologien, das Internet und der allgemeine Zuwachs des Digitalen. Wenn ich in die Zukunft blicke, glaube ich, dass sich die kommenden Veränderungen noch gravierender und schneller ereignen werden. Versuchen wir also, einige der wichtigsten Trends im Automobilwirtschaft zusammenzufassen:

Die Digitalisierung beeinflusst zunehmend alle Wirtschaftsbereiche und verändert Handelsmodelle

Die enorme Digitalisierung macht den gesamten Markt für jeden sichtbar und transparent. So wird es schwerer, dass Produkte aus der gesamten Masse herausragen. Diese Entwicklung wird weiterhin unsere Geschäftsmodelle gravierend verändern und bestehende Modelle herausfordern. Doch was geschieht mit den traditionellen Autohändlern in abgelegten Vororten? Und wie sieht die Zukunft aus für riesige Autozentren? Eine Gefahr für den Teilehandel mag zudem bald von 3D-Druckern ausgehen, wenn Kunden in der Lage sind, dank günstiger Download-Vorlagen ihre eigenen Ersatzteile herzustellen.

Das Verlangen der Konsumenten nach Veränderung wird wachsen

24-Stunden-Anbieter, integrierte Mobilität, Fahrgemeinschaften, Car Sharing, Pay-per-Use und stärkere Kundenreaktionen bei Fahrzeug-Problemen wirken heute noch seltsam, werden jedoch für unsere Kinder die Regel sein, auch wenn diese Konzepte gerade erst auftauchen. Auswirkungen auf die Ökonomie und die Autohändler sind gewaltig – und teuer. Trotz ihrer schwachen finanziellen Situation, müssen Autohändler diese Veränderungen mitgehen und dabei kämpfen wie der letzte weiße Tiger im indischen Dschungel. Und vergessen wir dabei nicht: Der Dschungel wird weiter schrumpfen. Die meisten Bewohner unseres Planeten leben in Städten, dort wo die Zahl der Automobile abnehmen wird. Für mich ist klar, dass es zwangsläufig darum gehen muss, eine Kundenbeziehung aufzubauen, die den Kunden uneingeschränkt in den Vordergrund stellt, ohne den Händlern dabei zu hohe Kosten aufzubürden.

Die Neuen mischen den Markt auf

Die Koreaner benötigten gerade einmal 20 Jahre, um den westlichen Markt einzunehmen. Heute sind sie vielerorts stärker als die Japaner. Ich befürchte, dass die Chinesen – vielleicht nicht alle, aber ein halbes Dutzend sicherlich – ihre Fabriken in Osteuropa und Nordafrika aufbauen und daraufhin zuverlässige Fahrzeuge in Liverpool, Strasbourg oder Mailand verkaufen werden. Zudem werden weitere Neulinge auf den Markt drängen. Ich rate uns allen dringend, neue Ideen, z.B. von Google Labs, genau zu verfolgen. Denn wer im Automobilsektor hat Anfang der 2000er Jahre gewagt, über Elon Musk nachzudenken? Niemand.

Deflation und der Trend hin zu Niedrigpreisen wird zunehmen

Ich bin kein Freund der Deflation, aber ich glaube der Trend der Billigpreise wird in den kommenden Jahren noch zunehmen, sowohl bei den Herstellern als auch im Verkauf. Wer hätte gedacht, dass so fest etablierte Branchen wie Banken, Tourismus und das Gastgewerbe die Herausforderungen annehmen müssen, die ihnen in den letzten Jahren so dramatisch geschadet haben? Ich habe sogar schon von einem Billigpreis-Krankenhaus in den USA gehört. Wann werden Dacia-Modelle zur Norm und sorgen dafür, dass sich Geschäftsmodelle und Kundenverhältnisse radikal verändern? Und werden diese Modelle von einem klassischen Anbieter kommen, oder von einem asiatischen oder brasilianischen Hersteller, oder von einem genialen Magnaten? Diese vier Trends sind kommerzieller Natur. Ich drifte erst gar nicht ins Technische ab mit Elektrofahrzeuge, Leichtbaufahrzeugen und so weiter…

Fazit zum Automobilvertrieb 2034

Zum guten Schluss sage ich dennoch voller Zuversicht, dass es auch im Jahr 2034 noch überall auf der Welt Autohändler geben wird. Nur bin ich genauso sicher, dass sie komplett anders aussehen werden als die, die wir heute kennen und die wiederum nicht so anders sind als die der 90er-Jahre. Die Händler der Zukunft werden nicht mehrere, sondern alle Verkaufskanäle anbieten. Sie werden mobil und digital agieren. Doch dem steht bevor, dass wir zunächst unser Denken und unsere Einstellungen ändern müssen: von Verkäufern hin zu umfassenden Automobil-Experten, die Trends aufspüren, erkennen und verstehen und die daraus die entsprechenden Schlüsse ziehen. Den Unterschied macht am Ende der, der den Kunden glücklich macht. Und genau das ist, woran wir bei ICDP arbeiten. Ich bin sehr stolz, ein Team zu führen, das Ihnen allen eine große Hilfe sein kann.

 

Über ICDP

ICDP – International Car Distribution Programme ist eine internationale „Not-for-Profit“ Forschungs-Organisation und ein „Innovations-Think-Tank“ für die gesamte Distributionskette der Automobilwirtschaft.

Seit 1994 untersucht ICDP die Distribution und trägt mit seiner Forschung zur Verbesserung des Systems bei. Durch qualitativ-hochwertige Forschung, Datenservice, Fortbildung und Seminare hilft ICDP seinen Mitgliedern aus der Fahrzeugindustrie, Zulieferindustrie sowie dem Auto- und Ersatzteil-Handel die Qualität und Effektivität der Distributions-Modelle zu optimieren.

Unsere Automobil-Experten arbeiten an Standorten in Australien, Brasilien, China, Deutschland, England, Frankreich, Italien, Spanien und Schweiz.

Sollten Sie noch Fragen haben, weiter Informationen benötigen, kontaktieren Sie uns per email icdpgermany@icdp.net

Info: icdpgermany@icdp.net

Quelle: www.icdp.net

 

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